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Zuletzt aktualisiert: 28.05.2009 um 17:54 UhrKommentare

Flexibilität ersetzt die Fahrpläne

Seit einem Jahr bereitet sich die Mürztaler Verkehrsgesellschaft auf den Städtetag vor. Ihr Job ist es, die 750 Tagungsteilnehmer zwischen Hotels, Tagungsorten und Empfängen herumzuchauffieren.

Der 59. Österreichische Städtetag, der heute zu Ende geht, wird erstmals nicht an einem Ort abgehalten, sondern ist, wie berichtet, auf drei benachbarte Städte aufgeteilt, auf Bruck, Leoben und Kapfenberg.

Ausgeklügelte Transportlogistik. Aber schon bei der Bewerbung war klar: Für die Delegierten aus ganz Österreich muss es sein wie in einer Stadt. Weil dies eine ausgeklügelte Transportlogistik erfordert, hat Gerhard Deutsch, der Geschäftsführer der Mürztaler Verkehrsgesellschaft, schon früh damit angefangen: "Wir bereiten uns seit einem Jahr darauf vor, der Städtetag ist nur der krönende Abschluss, die Hauptarbeiten sind vorher passiert."

Stoßzeiten. Man möchte meinen, dass das Problem vor allem die Stoßzeiten sind, etwa als nach der Eröffnung am Mittwoch alle 750 Gäste gleichzeitig vom Brucker Kulturhaus zum Empfang nach Leoben wollten. Aber das ist es laut Deutsch überhaupt nicht: "Wir haben 15 Busse im Einsatz, von sieben bis 64 Sitzplätze, insgesamt bieten wir 500 Plätze gleichzeitig, das reicht aus."

Nicht alles ist planbar. Die Schwierigkeit ist eine ganz andere: Wie plant man die unplanbaren Fahrten? Deutsch: "Am liebsten sind uns jene Gäste, die wir in der Früh in ihrem Hotel abholen, zum Tagungsort bringen, danach zum Freizeitprogramm und am Abend wieder zurück ins Hotel."

Viele Hotels. Aber diese Gäste sind nicht die Mehrheit. Da die meisten Delegierten mit ihren Autos angereist und von St. Michael bis Krieglach in vielen Hotels untergebracht sind, fahren sie lieber selber nach Bruck. Dort parken sie irgendwo außerhalb, weil sie in der Stadt keinen Parkplatz finden. Zum Freizeitprogramm fahren sie dann aber doch ganz gern per Bus. Und am Abend müssen sie zu ihren Autos gebracht werden, die man auch nicht immer auf Anhieb findet, weil sich die Gäste hier natürlich nicht auskennen.

Wie beim Papst-Besuch. Um so flexibel wie möglich reagieren zu können, hat die MVG an jenen Orten, wo gerade was los ist, immer mehrere Abteilungsleiter im Einsatz. Deutsch: "Wir teilen die Gäste persönlich den Bussen zu und können die Busse ganz individuell, je nach Bedarf, losschicken."

Hilfe der Verkehrsbetriebe. Das hat man schon beim Papst-Besuch so gemacht - und es hat sich bewährt: "Man spart Kosten, weil wirklich nur jene Busse fahren, die gerade nötig sind." Und sollte der Bedarf zu groß oder die Lenkzeiten der Fahrer zu lang sein, haben auch schon die Verkehrsbetriebe der Leobener Stadtwerke mitgeholfen.

Lob. Bis jetzt hat's laut Deutsch gut funktioniert, und er hat auch schon öfters Lob bekommen: "Viele Gäste haben selber Verkehrsbetriebe und interessieren sich für die Hintergründe. Da tut es gut, wenn auch der Aufwand gesehen wird."


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