Das Rad steht still
"Der Sport ist jetzt nicht wichtig", sagt Martin Schöffmann. Seine Rückreise verzögert sich.

Foto © GEPA
"Eigentlich ein harmloser Sturz", erinnert sich Martin Schöffmann. Es war Ostersonntag, die vierte Etappe der Lombardischen Woche in Italien, die Straße nass vom Regen. "Ich wollte eine Kurve anbremsen, mit vielleicht 25 km/h. Plötzlich ist mir das Vorderrad weggerutscht und ich bin auf die Hüfte gefallen. Nix Tragisches, keine Abschürfungen, normalerweise steigt man aufs Rad und fährt weiter."
Zur Kontrolle fuhr der Proleber vom Team Corratec Vorarlberg aber ins Spital. "Gerechnet habe ich mit einer Hüftprellung." Als die Ärzte einen Oberschenkelhalsbruch feststellten, war das ein Schock für den 23-jährigen Profi. "Ich musste sofort notoperiert werden, für einen Transport nach Österreich blieb keine Zeit."
Nichts wie heim
Und so liegt Schöffmann jetzt im Spital in Bergamo und fühlt sich miserabel. Denn erstens sprechen in diesem Krankenhaus nicht einmal die Ärzte Englisch, er weiß also gar nicht, wie seine Operation verlaufen ist ("Ich weiß nur, dass ich drei Schrauben drinnen habe"). Und zweitens verzögert sich sein Rücktransport. Die Teamführung hat die Versicherung eingeschaltet, die prüft "die medizinische Notwendigkeit", wie Schöffmann zähneknirschend berichtet.
Der ehemalige Knittelfeld- und Elk-Fahrer war 2009 zweifacher österreichischer Meister der U23. Die weitere Saison ist völlig ungewiss. "Der Sport ist mir jetzt nicht so wichtig", gesteht Schöffmann geknickt.







