Geschäft mit Goldmine war Betrug
Der Kauf von Aktien erwies sich als Betrug: Raffinierte Gauner knöpften einem Ehepaar aus der Obersteiermark rund 80.000 Euro ab. Jetzt ermitteln Interpol und Landeskriminalamt.

Foto © PrivatDas Gold steht derzeit hoch im Kurs. Skrupellose Verbrecher verkaufen Aktien von Goldminen, die es gar nicht gibt
Der Anruf kam aus Rom, von Nikolaus Rogers. Zumindest stellte sich der Anrufer mit diesem Namen vor. Er bot einem 42-jährigen Obersteirer Aktien einer Goldmine an. "Das Gespräch war so überzeugend", erinnert sich der Betroffene. "Wir hatten rund 17.000 Euro übrig. Also beteiligte ich mich am Geschäft." Das war Anfang November 2011.
Kaum war die erste Summe überwiesen, kamen neue Vorschläge und Forderungen aus Rom. Der Obersteirer zahlte, beteiligte sich schließlich auch noch an einem Unternehmen, dass erst in zwei bis vier Jahren an der Börse vertreten sein würde. Er ließ sich auf die Geschäfte ein, ohne zu ahnen, dass er auf raffinierte Betrüger hineingefallen war.
Recherchen in Rom
Als der 42-Jährige und seine 50-jährige Frau Verdacht schöpften, war es bereits zu spät, hatten sie schon insgesamt 87.035,99 Euro an eine Bank in Taiwan überwiesen.
Kurz entschlossen fuhr das Ehepaar nach Rom, um sich Klarheit zu verschaffen. "Wir suchten die uns bekannte Adresse auf", erinnern sich die beiden. "Da war ein mehrstöckiges Hochhaus mit Bürogebäuden. Aber die Firmen und Namen der Personen, mit denen wir in Kontakt standen, kannte niemand. Auch die Telefonnummern gab es in dem Haus nicht." Das Ehepaar telefonierte zwar ständig mit einem gewissen Tony Peters, wurde von ihm aber von Stockwerk zu Stockwert geschickt. "Die Betrüger waren im Haus und haben uns beobachtet", glaubt die Frau. "Man hat mit uns Katz und Maus gespielt." Ein Mann im schwarzen Anzug sei schließlich mit einem Taxi davongefahren.
Inzwischen ist Tony Peters ist nicht mehr auffindbar. Jetzt steht ein anderer Mann mit dem Ehepaar in der Obersteiermark in Verbindung: Jan Pesko. "Geld bekommt er von uns keines mehr", versichern die Geschädigten.
Warnung
Das eingezahlte Geld haben die Betroffenen längst abgeschrieben. "Es tut weh, wir wollten das Haus für unsere behinderte Tochter umbauen und hätten jeden Cent gebraucht." Das Ehepaar warnt jetzt in breiter Öffentlichkeit vor diesen Betrügern, die ihre Namen ständig wechseln.
Das Landeskriminalamt (Außenstelle Niklasdorf) und Interpol haben die Ermittlungen aufgenommen.








