Obersteirer vor Ruin, da erfand er Raubüberfall
Für eine vorgetäuschte Entführung will ein Obersteirer Unsummen an Lösegeld bezahlt haben. Nun wird er selbst angezeigt. Der Grund: Vortäuschung einer strafbaren Handlung.

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Die Familie war reich, hatte viel Besitz. Doch jetzt ist alles weg. Der 55-jährige Obersteirer Josef St. steht vor dem Ruin, nachdem er für seine rumänische Freundin eine hohe Summe Lösegeld bezahlt haben will (wir berichteten). Später habe er erfahren, dass die Entführung vorgetäuscht war, sagt er. Die Rumänin behauptet das Gegenteil. Sie habe das Geld vom Steirer freiwillig bekommen.
Wie viel Geld hat der Obersteirer tatsächlich nach Rumänien geschickt? Das ließ sich auch durch die Erhebungen der Außenstelle Niklasdorf des Landeskriminalamtes nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Es dürften 150.000 bis 200.000 Euro gewesen sein. Und: Josef St. hatte noch einer anderen Rumänin Geld gegeben. "Für eine Spitalsbehandlung", wie er versichert.
Hohe Summen verspielt
Eine halbe Million Euro - wie der Geschädigte anfangs behauptet hatte - waren es aber nicht. Josef St. dürfte hohe Beträge verspielt haben. Auch dieser Verdacht erhärtete sich durch die Ermittlungen.
Der Obersteirer besaß eine Firma, musste den Konkurs anmelden und veruntreute Klientengelder. Laufend müsse er nun mit Anzeigen rechnen, gesteht der Betroffene selbst ein. Erst kürzlich sei er deswegen schon zu zehn Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt worden.
Unabhängig von den Strafanzeigen wegen Veruntreuung läuft auch noch das Konkursverfahren. St. hatte sich bereit erklärt, 20 Prozent der Schulden an seine Gläubiger zurückzuzahlen. Im März wäre wieder eine Rate fällig gewesen. Aber der 55-Jährige ist zahlungsunfähig. Er suchte nach einer Lösung - und erfand einen Raubüberfall.
Ein Rumäne habe ihm vor dem Haus aufgelauert, ihn niedergeschlagen und Geld verlangt. Vier Mal sei der Mann da gewesen. Als er nicht mehr zahlen wollte, habe der Osteuropäer gedroht, die Mutter von Josef St. umzubringen. Doch in Wahrheit hatte es den Raubüberfall nie gegeben. St. musste bei der Einvernahme zugeben, dass er das Verbrechen vorgetäuscht hatte. Er habe sich dadurch Mitleid und in weiterer Folge einen Aufschub seiner Zahlungen erhofft.








