Autohändler half bei Betrug
Die Betrugsaffäre bei der Voestalpine Stahl in Donawitz weitet sich aus: Ein Autohändler stellte die fingierten Rechnungen aus.

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Ein ehemaliger Bereichsleiter sitzt in Untersuchungshaft, einer verübte Selbstmord und ein Komplize meldete sich selbst beim geschädigten Unternehmen und bot Schadenswiedergutmachung an.
Erwin F. (38) ist Autohändler und hatte nebenbei eine Leihfirma. Anfangs verlieh er tatsächlich Arbeiter an die Voestalpine Stahl in Donawitz (Bereich "Instandhaltung Hochofen"). Später stellte er nur noch fingierte Rechnungen aus. Die beiden ehemaligen Bereichsleiter Heribert S. (60) und Rudolf M. (60) kassierten über Jahre in die eigene Tasche.
Bei einer internen Überprüfung wurde festgestellt, dass sich der Schaden auf mindestens 170.000 Euro beläuft. Der obersteirische Autohändler bekam, seinen eigenen Angaben zufolge, etwa ein Drittel ab. Dass die Gaunerei aufgeflogen war, erfuhr Erwin F. von Rudolf M., der sich wenige Tage danach in einem Wald bei Donawitz mit seiner Pistole erschoss.
Der Autohändler setzte sich daraufhin mit der Firmenleitung der Voestalpine in Verbindung und bot Schadenswiedergutmachung an. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Anzeige bereits bei der Außenstelle Niklasdorf (Landeskriminalamt) eingelangt. Sein Geständnis und die Bereitwilligkeit, den Schaden gutzumachen, ersparte F. aber die Untersuchungshaft.
Der pensionierte Bereichsleiter Heribert S. hingegen musste den Weg ins Gefängnis antreten. Er wurde Freitag verhaftet und am Samstag in die Justizanstalt Leoben eingeliefert. Der Betroffene ist voll geständig.
Die Ermittlungen gehen weiter, so die Kriminalisten Klaus Narnhofer und Rudolf Wölkart. Es sei nicht auszuschließen, dass noch weitere Unternehmen und Personen in die Betrugsaffäre verwickelt sind. "Wir werden die Zulieferungs- und Bereitstellungsfirmen genau durchleuchten", sagt Ermittlungsleiter Wölkart.
Übrigens: Die beiden Ex-Bereichsleiter waren gute Kunden beim Autohändler, der ihnen die fingierten Rechnungen zur Verfügung gestellt hatte.








