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Zuletzt aktualisiert: 30.05.2009 um 22:04 UhrKommentare

Das Motto für den Hund: Immer der Nase nach

Armin Ertler (55) aus Niklasdorf ist Gemeindebediensteter, Bergretter sowie Vorsitzender des Schäferhundevereins Leoben-Niklasdorf - und "Mantrailer".

Armin Ertler und sein Hund Vox

Foto © APAArmin Ertler und sein Hund Vox

Alles ist vorbereitet. Max Sommer spielt den Vermissten und versteckt sich. Armin Ertler legt seinem Malinois-Rüden "Vox von der Waldfeenhöhe" das Mantrailing-Geschirr an, Heli Almer wird Armin als "Flanker" helfen. Dann lässt Armin seinen Vox kurz an einem Socken von Max schnuppern, und schon setzt sich der Hund in Bewegung.

"Mantrailing" ist angesagt. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern man (Mensch) und trail (verfolgen) zusammen und beschreibt die Personensuche unter Einsatz von Gebrauchshunden.

Keine Ablenkung. Armin muss sich jetzt voll und ganz auf Vox konzentrieren, darf ihn nicht lenken oder führen - jetzt führt ausschließlich der Hund. Heli hilft Armin als "Flanker", hält ihm gleichsam die Flanke frei. Er sagt ihm, wenn ein Auto kommt oder ein Hindernis in Sicht ist. Denn Vox lässt sich jetzt durch nichts ablenken.

"Der Unterschied etwa zur Fährtenarbeit besteht darin, dass nicht Bodenverletzungen gesucht werden, sondern die Duftmoleküle der Zielperson", erklärt Armin. Beim Mantrailing wird der Individualgeruch des Menschen verwendet. Wir verlieren tausende Hautschuppen in der Minute - ein idealer Geruchsträger für den Hund.

Zielsichere Suche. Vox strebt auf ein Gebüsch zu. Dort hat sich Max versteckt. Freudig steckt der Hund seine Schnauze in die Jausenbox, die Max dabei hat - Frankfurter zur Belohnung. Lobendes Tätscheln von Armin, der seinen Malinois sofort umleint. Damit weiß Vox, dass die Suche zu Ende ist.

Das Mantrailing hat einen grausamen Ursprung. Sklavenhalter ließen auf diese Art nach entflohenen Sklaven suchen - später dann die US-Polizei geflohene Häftlinge."Ich bin eigentlich zufällig zum Mantrailing gekommen", erzählt Armin. Im August 1994 - das Mantrailing war in Öterreich noch vollkommen unbekannt - wurde ein vierjähriger Bub auf dem Pischkberg bei Bruck vermisst. Da der nächste Suchhund erst in Gleisdorf zur Verfügung stand, wurde Armin Ertler gefragt: "Was ist mit deinem Hund?" Armin drückte seiner "Nelly von der Schwarzerbrücke", wie seine damalige Hündin hieß, ein Kleidungsstück des Buben vor die Nase. Tatsächlich fand die Hündin das Kind, das von seinem Stiefvater fast getötet worden war, in einem Maisacker.

Mehr als Sport. Erst 2007 ist Armin Ertler dann zum eigentlichen Mantrailing gekommen und seither bildet er auch aus - ist Mantrailing doch auch als Hundesport geeignet. Für Armin und Vox ist es allerdings mehr als nur Sport. Erst kürzlich hat das Duo einen Vermissten - allerdings tot - auf dem Hüttenanger gefunden: gleichzeitig mit dem Hubschrauber.

ULF TOMASCHEK

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