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Zuletzt aktualisiert: 14.05.2010 um 06:41 UhrKommentare

Wildpark in Mautern vor Aus

Im Poker um den chronisch defizitären Wildpark Mautern steht es jetzt Spitz auf Knopf: Analyse des Landes stellt "materielle Insolvenz" per Ende März fest. Land will Anlage drastisch verkleinern, Betreiber leisten Widerstand.

Wildpark Mautern: Seit Tagen gibt es hektische Geheimverhandlungen zwischen Betreiberfirma und Land

Foto © APWildpark Mautern: Seit Tagen gibt es hektische Geheimverhandlungen zwischen Betreiberfirma und Land

Wird nicht sofort frisches Geld herangeschafft und eine Lösung für die Übernahme durch das Land erzielt, dann ist das gesamte Projekt unmittelbar in Gefahr. Die Lage ist so dramatisch, dass Fortbestandsgarantien jeweils nur für eine Woche abgegeben werden können.

Seit Tagen laufen hektische Geheimverhandlungen zwischen der Betreiberfirma Wildpark Mautern GmbH und dem Land. Eine Unternehmensanalyse durch Berater des Landes (Klaus Rabel, Martin Gärtner) enthält brutale Vorwürfe: Die Zahlungsunfähigkeit des Betriebs sei bereits eingetreten, schon der Jahresabschluss 2009 sei (bei einem negativen Eigenkapital von 658.000 Euro) "problematisch" gewesen. Der Geschäftsführer habe trotz Verlusten "Erfolgsprämien" erhalten.

Trotzdem kann sich das Land vorstellen, den Park zu übernehmen oder nach einer "geordneten Insolvenz" aufzufangen, wie es heißt. Allerdings bestehen schwere Differenzen mit der Wildpark Gmbh, die der Gemeinde Mautern und Grundbesitzer Heinrich Prinz Reuss gehört.

"Ein Tod auf Raten"

Das Land setzt dem Park als Bedingung für die Übernahme die Daumenschrauben an: Der Winterbetrieb soll sofort eingestellt und die Betriebsflächen drastisch verkleinert werden - von bisher 880.000 auf künftig nur 412.000 Quadratmeter. Dementsprechend will das Land auch weniger Pacht zahlen, nämlich statt 68.000 nur mehr 23.000 Euro pro Jahr. In einer Zwischenphase bis Mitte Juni sollen die Gesellschafter Geld zuschießen.

Diese Sicht, die von allen bisherigen Planungen für einen Neustart des Wildparks abweicht, ist für Reuss unannehmbar, wie er sagt: "Das ist ein Tod auf Raten. Ohne Winterbetrieb stirbt die Anlage." Das Land müsse dann die bisher gezahlten Beihilfen für Mautern - rund sieben Millionen Euro - in den Kamin schreiben. Außerdem würden bei der Verkleinerung hohe Kosten für die vorgeschriebene Aufforstung fällig.

Auch Reuss pokert jetzt hart. In einem Brief lässt sein Anwalt Peter Kammerlander das Land wissen: "Der Verlust aus der Einstellung des Wild- und Freizeitparks stellt für meinen Mandanten ein geringeres Übel dar als für die Region." Immerhin seien 40 Leute im Park beschäftigt.

Die vom Land erhobenen Vorwürfe weist Reuss zurück. Er sieht sich als Opfer für den Landtagswahlkampf - gleichsam nach dem "Modell Herberstein" vor fünf Jahren. Kommenden Montag berät die Landesregierung.

Ernst Sittinger

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