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Zuletzt aktualisiert: 03.03.2008 um 15:04 Uhr

Hannes Androsch droht mit Ausstieg aus Leobener Universitätsrat

Differenzen bei Wahl des zusätzlichen Mitglieds. Helmut List an TU Graz wiedergewählt.

Heftige Differenzen herrschen zurzeit im Universitätsrat der Leobener Montanuni, die bis zur Rücktrittsdrohung des bisherigen Unirats-Vorsitzenden Hannes Androsch gehen. Die Auseinandersetzungen haben sich rund um die Bestellungen des gemeinsam zu wählenden fünften Unirats-Mitgliedes entzündet.

"Mieses Intrigenspiel". "Ein mieses Intrigenspiel", bei dem er nicht mittun wolle, ortet der bisherige Universitätsrat-Vorsitzende der Montanuniversität Leoben, der Industrielle Hannes Androsch, bei der Besetzung der Position des zusätzlichen Mitgliedes des Leobener Uni-Rates. Er lasse sich aus dem Universitätsrat nicht den Vertreter der Metallurgie zugunsten der Kunststoffwirtschaft "herausschießen", so Androsch auf Anfrage nach in der "Kleinen Zeitung" und der "Presse" dieser Tage veröffentlichten Darstellungen.

Tiefer Graben. Im Gespräch mit der APA bestätigte Androsch den tiefen Graben zwischen ihm und dem zweiten, vonseiten des Senates nominierten Unirats-Mitgliedes Stefan Schleicher. "Er hat fünf Jahre nichts gemacht, aber zum Intrigieren reicht es offenbar", so Androsch. Sein Zorn entzündet sich vor allem daran, dass sich Schleicher für ein anderes als das bisherige fünfte Unirats-Mitglied (Richard Schenz von der OMV) stark gemacht hat.

Gewählte Mitglieder. Die vier in den Universitätsrat bereits gewählten Mitglieder haben innerhalb von drei Monaten ein weiteres Mitglied einstimmig in ihre Reihen zu wählen. Ist dies nicht möglich, wird eine Fristverlängerung von einem Monat gewährt. Gibt es bis dahin weiterhin keine Lösung, legt die Österreichische Akademie dem Universitätsrat einen Dreiervorschlag vor, aus dem der Kandidat gewählt werden soll. Der Uni-Rat ist auf alle Fälle erst dann einsatzfähig, wenn alle Mitglieder bestellt sind, schildert Senatsvorsitzender Peter Kirschenhofer. Formaljuridisch seien in der aktuellen Situation dem Senat die Hände gebunden: Man werde aber alles dazu beitragen, "dass wir doch noch bald zu einem funktionierenden Uni-Rat kommen", so Kirschenhofer. Androsch selbst hat im APA-Gespräch kein Datum genannt, zu dem zumindest sein "Geduldsfaden" reißen würde.

Wahlen. Ohne Probleme verlief die Wahl des Unirat-Vorsitzenden der Technischen Universität Graz: Dort wurde am vergangenen Freitag AVL-Chef Helmut List wiedergewählt. An der Universität Graz wird nach Ostern gewählt, an der Medizinischen Universität Graz "frühestens Anfang April".


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