Hannes Androsch droht mit Ausstieg aus Leobener Universitätsrat
Differenzen bei Wahl des zusätzlichen Mitglieds. Helmut List an TU Graz wiedergewählt.
Heftige Differenzen herrschen zurzeit im
Universitätsrat der Leobener Montanuni, die bis zur Rücktrittsdrohung
des bisherigen Unirats-Vorsitzenden Hannes Androsch gehen. Die
Auseinandersetzungen haben sich rund um die Bestellungen des
gemeinsam zu wählenden fünften Unirats-Mitgliedes entzündet.
"Mieses Intrigenspiel".
"Ein mieses Intrigenspiel", bei dem er nicht mittun wolle, ortet
der bisherige Universitätsrat-Vorsitzende der Montanuniversität
Leoben, der Industrielle Hannes Androsch, bei der Besetzung der
Position des zusätzlichen Mitgliedes des Leobener Uni-Rates. Er lasse
sich aus dem Universitätsrat nicht den Vertreter der Metallurgie
zugunsten der Kunststoffwirtschaft "herausschießen", so Androsch auf
Anfrage nach in der "Kleinen Zeitung" und der "Presse" dieser Tage
veröffentlichten Darstellungen.
Tiefer Graben.
Im Gespräch mit der APA bestätigte Androsch den tiefen Graben
zwischen ihm und dem zweiten, vonseiten des Senates nominierten
Unirats-Mitgliedes Stefan Schleicher. "Er hat fünf Jahre nichts
gemacht, aber zum Intrigieren reicht es offenbar", so Androsch. Sein
Zorn entzündet sich vor allem daran, dass sich Schleicher für ein
anderes als das bisherige fünfte Unirats-Mitglied (Richard Schenz von
der OMV) stark gemacht hat.
Gewählte Mitglieder.
Die vier in den Universitätsrat bereits gewählten Mitglieder haben
innerhalb von drei Monaten ein weiteres Mitglied einstimmig in ihre
Reihen zu wählen. Ist dies nicht möglich, wird eine Fristverlängerung
von einem Monat gewährt. Gibt es bis dahin weiterhin keine Lösung,
legt die Österreichische Akademie dem Universitätsrat einen
Dreiervorschlag vor, aus dem der Kandidat gewählt werden soll. Der
Uni-Rat ist auf alle Fälle erst dann einsatzfähig, wenn alle
Mitglieder bestellt sind, schildert Senatsvorsitzender Peter
Kirschenhofer. Formaljuridisch seien in der aktuellen Situation dem
Senat die Hände gebunden: Man werde aber alles dazu beitragen, "dass
wir doch noch bald zu einem funktionierenden Uni-Rat kommen", so
Kirschenhofer. Androsch selbst hat im APA-Gespräch kein Datum
genannt, zu dem zumindest sein "Geduldsfaden" reißen würde.
Wahlen.
Ohne Probleme verlief die Wahl des Unirat-Vorsitzenden der
Technischen Universität Graz: Dort wurde am vergangenen Freitag
AVL-Chef Helmut List wiedergewählt. An der Universität Graz wird nach
Ostern gewählt, an der Medizinischen Universität Graz "frühestens
Anfang April".








