Kunststoffbranche will am wachsenden Solarmarkt stärker mitnaschen
Leobener Tagung versammelt Experten ab dem 7. Februar. Das Programm behandelt einerseits den Bereich der solar-thermischen, andererseits den der solar-elektrischen (photovoltaischen) Systeme.
Den Anforderungen der Solartechnik an die
Kunststoffbranche ist ab Donnerstag, ein Symposium an der
Montanuniversität Leoben gewidmet. Kunststoffe hätten aufgrund ihrer
hochflexiblen Verarbeitbarkeit und Wirtschaftlichkeit beim
Materialeinsatz eine immer größere Bedeutung für den solartechnischen
Bereich. Davon zeigten sich die Organisatoren vom Polymer Competence
Center Leoben (PCCL) und dem Institut für Werkstoffkunde und -prüfung
der Kunststoffe an der Montanuni überzeugt.
Stellenwert in der Solartechnik.
Für technische Neuentwicklungen müssen Werkstoffe immer mehr
Eigenschaften gleichzeitig in sich vereinen. Unter diesem
Gesichtspunkt gewinnen polymere Werkstoffe einen zunehmenden
Stellenwert auch in der Solartechnik. Am Leobener PCCL sowie dem
Institut für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe wurde daher
schon seit 1995 der Schwerpunkt "Kunststoffe in der Solartechnik"
aufgebaut.
Programm der Tagung.
Das Programm der Tagung gliedert sich in zwei große Blöcke:
Einerseits der Bereich der solar-thermischen, andererseits der
solar-elektrischen (photovoltaischen) Systeme. Solar-thermische
Systeme bestehen aus den Kollektoren, dem Speicher und dem
Wärmeverteilnetzwerk. Bei Speicher und Verteilnetzwerk gebe es
bereits einen Kunststoffanteil von bis zu 30 Prozent, so Gernot
Wallner vom Institut für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe.
"Die große Herausforderung liegt für uns in den Kollektoren", sagte
der Wissenschafter. Bisher besteht das wesentliche Element des
Kollektors, der Absorber, aus Kupfer. "Bei den derzeitigen
Wachstumsraten von 15 Prozent würde dies bedeuten, dass bis 2020 die
gesamte derzeitige Kupfergewinnung in die Produktion von
Sonnenkollektoren fließen müsste", gibt Wallner zu bedenken.
Hitzeentwicklung.
Das größte Problem besteht in der großen Hitzeentwicklung in den
Kollektoren - im Sommer bis zu 250 Grad Celsius. Dabei schmelzen
allerdings kostengünstige Kunststoffe wie Polyäthylen. "Ziel ist es,
die Kollektoren so zu designen, dass sie sich nur auf höchstens 100
Grad erhitzen und somit einen Einsatz von billigeren Kunststoffen
ermöglichen", erläuterte Wallner. So wird derzeit an einem Kunststoff
gearbeitet, der sich bei zu großer Hitze "milchig" verfärbt und
dadurch die Temperaturen im Inneren des Kollektors auf einem
einheitlichen Niveau hält.
Fertigung problematisch.
Im Bereich der Photovoltaikanlagen beschäftigt man sich in Leoben
u.a. mit der Einkapselung der Solarzelle. Die Zelle selbst besteht
aus sprödem Silizium und muss in ein schützendes Material
eingekapselt werden, das aus Kunststoffen besteht. Als problematisch
erweist sich die diskontinuierliche Fertigung. Neue Materialien, die
eine kontinuierliche Fertigung erlauben, würden signifikante
Kostenreduktionspotenziale bieten.







