Sieben Hooligans vor Gericht
Rapid-"Fans" landeten nach Ausschreitungen auf der Anklagebank.
Es hat den Hauch eines Ratespiels. Heiteren Beigeschmack gibt es keinen: "Wissen Sie, weswegen Sie das letzte Mal verurteilt wurden?", fragt Strafrichterin Sabine Anzenberger einen der sieben jungen Männer, die vor ihr am Justizzentrum Leoben auf der Anklagebank sitzen. "Körperverletzung?", entgegnet dieser. "Nein, versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt", meint Anzenberger. Einen weiteren fragt sie: "Wissen Sie, wie viele Vorstrafen Sie haben?" Das fällt diesem auf Anhieb ein: "Zehn." Wieder Anzenberger: "Und die letzte Verurteilung, weswegen war das?" Achselzucken: "Körperverletzung?" Die Richterin: "Schwere Körperverletzung, aber macht nichts."
Keine unbeschriebenen Blätter. Keine Frage: Die Männer im Alter von 19 bis 41 Jahren sind gerichtlich bei weitem keine unbeschriebenen Blätter. Besonders bei Fußballspielen "ihres" Clubs Rapid haben sie sich teilweise mehrmals negativ in Szene gesetzt. Wie möglicherweise auch im Juni 2007 bei einem Freundschaftsspiel der "Grün-Weißen" gegen Dinamo Zagreb im Franz-Fekete-Stadion in Kapfenberg, wo es zu massiven, brutalen Ausschreitungen von Hooligans gekommen war. 39 von 55 Polizisten waren damals verletzt worden. Die Beschuldigten sollen aktiv beteiligt gewesen sein: Landfriedensbruch, so lautet der Vorwurf.
Nicht schuldig. Alle Sieben bekennen sich nicht schuldig: Auch das Abspielen eines Videos von den Ausschreitungen im Gerichtssaal ändert daran nichts: "Ich bin im Sog der Ereignisse mitgerissen worden. Ich bin mit der Masse mit geschwommen", so der einhellige Tenor. An gezielte Attacken oder die Aufhetzung des Mobs gegen die Polizei will sich keiner mehr erinnern können.








