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Zuletzt aktualisiert: 05.07.2012 um 10:26 UhrKommentare

Aus für den Musikverein Hinterberg

Nach 88 Jahren ist der Musikverein Hinterberg aufgrund fehlender Musiker nicht mehr spielfähig und wurde aufgelöst - nicht einstimmig.

Der Musikverein Hinterberg ist wegen fehlender Musiker nicht mehr spielfähig und löste sich nun auf

Foto © HöbenreichDer Musikverein Hinterberg ist wegen fehlender Musiker nicht mehr spielfähig und löste sich nun auf

E s war Kapellmeister Heinrich Knittel, der 1924 die Werks-kapelle der Zellulosefabrik Hinterberg mit zehn Musikern gründete. Nachdem der Verein von 1941 bis 1946 kriegsbedingt stillgelegt war, erreichte er einige Jahre später den Höchststand von 30 Musikerinnen und Musikern. Anfang der 1970er-Jahre wurde die Zellulosefabrik geschlossen und auch der Werkskapelle drohte das Aus. Mit großem Einsatz bemühten sich Gottfried Grassmugg, später langjähriger Kapellmeister, sowie Johann Urbanek und Johann Kuntschnik um den Erhalt der Blasmusikkapelle, die schließlich als Musikverein Hinterberg weitergeführt wurde.

Nach 88 Jahren wird der Verein jetzt endgültig aufgelöst. "Die Sorge um unsere Spielfähigkeit bestand bereits seit Jahren. Viele Musiker mussten ihr Mitwirken altersbedingt aufgeben und wir konnten trotz Bemühungen ihre Plätze nicht nachbesetzen. Es ging etwa eine E-Mail an alle Studierenden der Montanuniversität, die aber ohne Rückmeldung blieb. Wir waren sehr froh, als wir vergangenes Jahr im gebürtigen Tiroler Michael Roner nach jahrelanger Suche einen neuen Kapellmeister finden konnten", so Erich Faßwald, Vereinsobmann.

Anfang des Jahres gingen dann aber mehrere junge Musiker berufsbedingt vom Musikverein ab, sodass nur noch zwölf Mitglieder übrig blieben. "Mit verbleibenden zwei Klarinetten und den meisten nur einfach besetzten Stimmen sind viele heutige Stücke der Blasmusikliteratur einfach nicht mehr zu bewältigen", so Faßwald. Doch nicht nur die fehlenden Musiker, auch andere Gründe, wie "die finanzielle Grundlegung des Vereines, der keine Industriebetriebe oder die Stadtgemeinde hinter sich hat, das dürftigst ausgestattete Probenlokal sowie das geringe Echo bei Konzerten" hätten zur Auflösung, die nicht einstimmig beschlossen wurde, beigetragen.

Abgespeckte Version

Eine angedachte abgespeckte Version des Musikvereines in Form einer "Bratlmusi" oder, um noch auf Begräbnissen spielen zu können, sei laut Steirischem Blasmusikverband nicht möglich. "Die Auflösung ist schmerzvoll für uns alle, denn jedem ist bewusst, dass eine lange und für Hinterberg wichtige Tradition zu Ende geht. Aber ohne Nachwuchs ist eine Weiterführung nicht mehr zu verantworten", so der Obmann. Laut Statut wird das Vereinsvermögen nun einem wohltätigen Zweck zur Verfügung gestellt. Faßwald: "Wir haben uns für das Down-Syndrom-Zentrum und die Restaurierung des Glockenturmes der Schutzengelkirche in Hinterberg entschieden."

ASTRID HÖBENREICH

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