SBO: Mit Leobner Patent auf Ölsuche
Das große Geld der Welt sprudelt in der boomenden Ölindustrie. Das beflügelt den kleinen, feinen österreichischen Weltmarktführer Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment SBO.

Foto © APA SBO-Chef Gerald Grohmann
Gerald Grohmann weiß, dass er nicht zur Fraktion der Umweltschützer gezählt wird. "Daran habe ich mich gewöhnt", sagt der Chef der SBO, um gleich anzufügen, dass man heute unter Naturschutzgebieten Öl oder Gas fördere, ohne dort mit einem Bohrturm die Landschaft zu verschandeln. Wie das geht? Mit SBO-Hightech. Unter "Computer-Sicht" können heute Bohrungen in jede gewünschte Richtung bis zu 15 Kilometer weit fast wie ein Endoskop durchs Gestein gefräst werden. Die zunehmende Komplexität bei Bohrungen - technisch noch vor wenigen Jahren utopisch - bringt das Ternitzer Unternehmen in eine "komfortable Position", so Grohmann. Gerade werden 54 Millionen Euro in den Ausbau der Zentrale in Ternitz investiert. Grohmann spricht von einer Reihe technologischer Neuerungen in der Pipeline, ohne Details nennen zu wollen. Mehr als 50 Prozent am Weltmarkt hat SBO, übrigens größter Einzelabnehmer von Böhler-Stählen.
Szenarien über das Ende des Öl- und Gaszeitalters kosten Grohmann einen Lächler. Er erwarte eine "Gasrevolution" und die Auffindung riesiger Lagerstätten.
Weltweit steigt die Nachfrage nach Öl und Gas. Weil die Produktivität der leicht zugänglichen Quellen sinke, stehe die Branche vor enormen Herausforderungen. Bis 2035 müssten etwa neue Ölquellen mit einer Produktion von 60 Millionen Barrel täglich zur Verfügung stehen, um diese Entwicklung zu kompensieren, sagt der SBO-Chef. "Das entspricht der sechsfachen Fördermenge Saudi-Arabiens. "Es ist nicht unmöglich, das zu schaffen, aber das ist ein sehr großer Anspannungsgrad." Zu bewältigen sei das nur mit neuen Technologien und hohen Investitionen. Enormes Potenzial berge die Schiefergasförderung. Mit ihren Verboten der Schiefergasförderung aus Umweltschutzgründen würden die europäischen Regierungen den Konsumenten niedrige Gaspreise verwehren, argumentiert der SBO-Chef.
Herbert Hofstätter von der Montanuni Leoben leistet Grohmann Schützenhilfe. Das gerade von ihm entwickelte, umweltschonendere Fracking-Verfahren zur Herauslösung des Gases aus dem Gestein lässt er übrigens nicht patentieren. Hofstätter: "Meine Philosophie ist, diese Technologie der gesamten Gesellschaft zur Verfügung zu stellen." Der Umwelt zuliebe.








