Hundekot auf Wiesen gefährdet Rinder
Immer mehr Hundekot auf landwirtschaftlich genützten Wiesen und Weiden bereitet den Bauern im Bezirk Leoben Probleme. Hinweistafeln werden oft ignoriert.

Foto © FuchsLandwirtschaftlich genützte Wiesen und Weiden sind als Auslauf für Hunde nicht geeignet
Freilaufende Hunde sorgen für Konfliktstoff. Nicht nur in Städten und Ballungsräumen. Auch in ländlichen Gebieten.
Vor allem Landwirte haben immer wieder Probleme mit Hunden. Genauer gesagt, mit dem Kot der Hunde auf landwirtschaftlich genützten Wiesen und Weideflächen. Gerade jetzt, nach den langen Wintermonaten, wollen viele Erholungssuchende mit ihren Vierbeinern in der Natur Kraft tanken und ihren Hunden ungebremsten Auslauf ermöglichen.
"Wiesen sind grundsätzlich als Betriebsgelände zu betrachten. Das ist wie bei einer Firma. Landwirtschaftliche Nutzflächen sind deshalb auch nicht öffentlich begehbar", erklärt Robert Hafellner, Obmann der Bauernkammer Leoben. Im Unterschied zu Waldflächen, die in Österreich für die Öffentlichkeit frei zugänglich seien.
Der Hundekot auf Weideflächen und Wiesen sei vor allem in Stadtrandlagen und Naherholungsgebieten ein immer stärker werdendes Problem. "Konkret geht es dabei um den Erreger Neospora caninum, den Hunde mit dem Kot ausscheiden und der mit dem Futter von den Rindern aufgenommen wird", erklärt Hafellner. Die Neosporose sei bei Rindern der Grund für Fehlgeburten, die durch die wachsende Zahl an Hunden auch im Steigen seien. "Das ist für einen Landwirt neben der Verunreinigung der Wiesen auch ein großer wirtschaftlicher Schaden", betont Hafellner.
Verweildauer
Es wird zwar auch immer wieder ins Treffen geführt, dass Bauern mit dem Ausbringen von Gülle und Mist auf Weideflächen auch Erreger transportieren würden. Dazu erklärt der Bauernkammerobmann: "Das ist nicht dasselbe. Bei Gülle und Mist werden durch die lange Verweildauer, ehe sie auf die Wiesen ausgebracht werden, die Erreger abgebaut."
Das Problem des Hundekots und damit die Verunreinigung von Futter sowie die Gefährdung von Rindern ist nicht einfach zu lösen. Aufgestellte Tafeln, die auf diese Probleme hinweisen, werden von den Hundehaltern oft ignoriert. Und mit Strafen, die aufgrund von Besitzstörungsklagen möglich wären, wollen die Landwirte auch nicht sofort drohen, denn sie wollen ein gutes Miteinander von Mensch und Tier. "Ich appelliere aber an alle für einen respektvollen Umgang mit dem Gut anderer. Es hat niemand eine Freude, wenn der Nachbarhund im eigenen Garten herumläuft. Das Gleiche gilt für landwirtschaftliche Flächen."








