95 Kilo Marihuana: "Alles nur zum Eigengebrauch"
Kiloweise Marihuana hat ein 45-jähriger Steirer, der sich selbst als "Kiffer" bezeichnet, mehrere Jahre hindurch geerntet. Er bestreitet, dass er den Ertrag verkaufen wollte.

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"Ich habe Marihuana angebaut, zum Eigengebrauch", erklärt der 45-jährige Obersteirer vor Strafrichter Gernot Sifkovits am Donnerstag am Landesgericht Leoben und bekennt sich teilweise schuldig. Von 2009 bis 2011 soll er mehr als 95 Kilo Marihuana auf Outdoor-Plantagen angebaut haben. In den ersten beiden Jahren mit einem Ertrag von jeweils zehn Kilo. "Im Jahr 2011 ist die Plantage dann noch größer ausgefallen, das war ganz in großem Stil und hat eine Ernte von mehr als 75 Kilo Marihuana ergeben", führt Staatsanwältin Nicole Dexer aus. Für den reinen Eigenbedarf sei die Menge viel zu groß gewesen: "Außerdem ist der Angeklagte als Kopf der Bande anzusehen, der alles geplant hat", meint Dexer.
Der Vorwurf der Anklägerin: teils versuchter, teils vollendeter Suchtmittelhandel. "Der Anbau des Marihuanas ist nicht in der Absicht erfolgt, es gewinnbringend weiterzuverkaufen", betont Verteidiger Peter Haslinger. Es gebe auch keine zwingenden Sachbeweise dafür: "Das ist eine reine Schlussfolgerung der Anklagebehörde", so Haslinger. Außerdem bestreite sein Mandant die Menge: "Es können 2011 maximal 24 Kilo gewesen sein." Sein Mandant bezeichne sich selbst als "Kiffer" und habe 2011 auch maximal mit einer Ernte von zehn Kilo gerechnet, die man dann unter der Gruppe der Helfer habe aufteilen wollen.
Urteil gab es gestern noch keines, der Prozess wurde vertagt. Es sollen Experten des Bundeskriminalamts angehört werden. Mit ihnen soll erörtert werden, wie hoch der THC-Gehalt und damit die Qualität der geernteten Pflanzen waren.
ANDREAS SCHÖBERL








