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Zuletzt aktualisiert: 28.02.2012 um 20:18 UhrKommentare

Riesenschritt für industrielle Miniaturen

Mit einem Festakt geht heute in Leoben das EU-Projekt Hermes zu Ende, an dem die AT&S Leoben-Hinterberg maßgeblich beteiligt ist.

Foto © APA

Ich bin stolz darauf, dass nun nach dreieinhalb Jahren Laufzeit das Hermes-Projekt zum Abschluss gekommen ist", meinte gestern Heinz Moitzi, Technikvorstand bei AT&S.

Beim Hermes-Projekt handelt es sich um ein internationales EU-Projekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, neue Technologien in der Miniaturisierung zu industrialisieren. Der Leiterplattenhersteller AT&S startete 2008 gemeinsam mit elf renommierten europäischen Global Players in den Sparten Industrie, Automobil und Luftfahrt eines der größten von der EU geförderten Projekte namens Hermes.

Wie Moitzi erklärte, sei man damals zum Schluss gekommen, dass es als Einzelner nicht möglich sei, in der Elektronikwelt etwas zu verändern. "Wir müssen, um zukünftig erfolgreich zu sein, länder- und firmenübergreifend denken", betonte Moitzi. Innerhalb der AT&S habe man einen eigenen Bereich für die Integration von Leiterplatten geschaffen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir so mit dem Rest der Welt auf Augenhöhe konkurrieren können", ist Moitzi überzeugt.

Immerhin wurden in das Hermes-Projekt etwa 15 Millionen Euro investiert. Inkludiert sind dabei Gelder der involvierten Firmen, aber auch Förderungen von Bund, Land und EU, die dem Hermes-Projekt mit einer 50-prozentigen Förderung großes Gewicht gegeben und Hermes zu einem EU-Vorzeigeprojekt gemacht haben.

Wie Projektleiter Johannes Stahr erklärte, werden bei diesem Miniaturisierungsprojekt neben passiven Bauelementen, wie Widerständen und Kondensatoren, auch aktive Bauteile, wie Chips in das Innere von Leiterplatten eingebettet. Neben der ganzen technischen Entwicklung wurde aber auch gleichzeitig eine Kundenbasis aufgebaut, und die entwickelten Produkte wurden sofort angewandt. Das heißt, dass noch während der Projektlaufzeit auch die Vermarktung der neuen Technologie durch den Aufbau einer eigenen Produktlinie in Hinterberg gelungen sei. Speziell im Smartphone- und Mobilphonebereich sei die Miniaturisierung bereits deutlich sichtbar. Die Geräte sind wesentlich kleiner und dünner geworden bei einem Mehr an Funktionen und mit besserer Qualität. Aber nicht nur im Kommunikationsbereich findet die Miniaturisierung Anwendung. Auch im Industriebereich, im Automobil oder in der Medizintechnik, etwa bei Hörgeräten und Herzschrittmachern, eröffnen sich für die AT&S eine Vielzahl an zukünftigen Einsatzmöglichkeiten.

ANDREA WALENTA

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