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Zuletzt aktualisiert: 23.02.2012 um 05:32 UhrKommentare

Notarzt musste zurückbleiben

Patient musste im Rettungswagen alleine Fahrt nach Leoben antreten. Notärztin durfte nicht mitfahren, da sie "bezirksgebunden" ist. Wäre etwas schiefgegangen, hätte die Erkrankung des Weißkirchners wohl schlimme Folgen gehabt.

Foto © Traussnig/Sujet

Eine wahre Odyssee gespickt mit unerträglichen Schmerzen erlebte kürzlich der obersteirische Unternehmer Josef Eibegger. Eine Nierenkolik, ausgelöst durch einen Nierenstein, überraschte den Malermeister akut auf dem Nachhauseweg. "Meine Frau hat sofort den Hausarzt verständig. Der hat dann mit einem Schnelltest festgestellt, was ich habe", erinnert sich Eibegger zurück. Es folgte die Überweisung ins Landeskrankenhaus Leoben auf die urologische Station. "Die Schmerzen waren unerträglich. Gott sei Dank ist die Rettung gleich gekommen", so Eibegger.

Auf Höhe der Zeltweger Raststation M-Rast musste aber die diensthabende Notärztin gerufen werden, da die Schmerzen immer schlimmer wurden. "Ich habe dann zur ihr gesagt, dass ich eine Überweisung ins LKH Leoben habe", weiß Eibegger. Und damit begann für ihn die Misere. "Die Ärztin hat mir gesagt, dass sie den Notarztbezirk Murtal nicht verlassen darf, da sie hier im Einsatz ist", so Eibegger. Also musste der verzweifelte Schmerzpatient den Weg im Rettungswagen alleine antreten.

Schweinerei

"Ich finde, dass das eine echte Schweinerei war. Die Ärztin kann ja nichts dafür, aber mir ging es wirklich miserabel und dann soll ich ohne ärztlichen Beistand nach Leoben fahren?", empört sich der Unternehmer. Wäre etwas schiefgegangen, hätte die Erkrankung des Weißkirchners wohl schlimme Folgen gehabt.

Das Kuriose an der Sache: Es war verwaltungstechnisch vollkommen in Ordnung. Karl Lechner, Geschäftsführer des Rot Kreuz-Bezirkes Judenburg, klärt auf: "Der diensthabende Notarzt muss in seinem Bezirk bleiben und darf in unserem Fall den Patienten nur nach Judenburg oder Knittelfeld begleiten. Es kommt aber auf den Zustand des Patienten an. Wäre er in Lebensgefahr, dann muss der Notarzt in sowieso in ein Krankenhaus hier einliefern. Sonst kann der Patient entscheiden, wohin er möchte."

Für Eibegger ist das eine Farce. "Wir haben Zustände wie in der Monarchie. In dieser Sache muss etwas geändert werden. Ich bin auf gut Glück nach Leoben gefahren. Aber die ganze Sache hätte auch schlimmer ausgehen können."

SONJA HAIDER-KRÄTSCHMER

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