"Der Papst hat mir viel Kraft gegeben"
Der größte Herzenswunsch der 14-jährigen Leobenerin Ana ging bereits in Erfüllung. Sie war zu einer Privataudienz von Papst Benedikt XVI. im Vatikan eingeladen.
Für mich war es das schönste Weihnachtsgeschenk meines bisherigen Lebens. Aber eigentlich war es ein Tag, an dem Weihnachten, Ostern und Geburtstag gleichzeitig stattgefunden haben", schwärmt die 14-jährige Leobenerin Ana. Ein paar Tränen der Rührung kullern über ihre leicht geröteten Wangen, als sie von ihrer Privataudienz bei Papst Benedikt im Vatikan erzählt. Diese durfte sie gemeinsam mit ihrem 18-jährigen Bruder Mario erleben. Jetzt geht es Ana, die die vierte Klasse der Europa-Hauptschule in Donawitz besucht, gut. Sehr gut sogar. Doch Ana hat ganz schwere Zeiten hinter sich.
Sie erkrankt an Leukämie und wird an der Uni-Klinik in Graz behandelt. "Im Krankenhaus hatte ich einen Traum. Von Papst Johannes Paul II. Ich habe an seine Türe geklopft und wollte unbedingt zu ihm, aber er hat mich nicht hineingelassen", erinnert sich Ana. Dieser Traum lässt sie nicht mehr los und setzt sich in Form eines Wunsches fest: "Ich möchte einmal den Papst persönlich kennenlernen und ihm die Hand schütteln." Als sie im Krankenhaus nach einem Wunsch gefragt wird, äußert sie diesen. "Zuerst haben alle geglaubt, ich bin noch ein bisschen im Delirium wegen meiner Krankheit. Aber als ich meinen Wunsch öfters wiederholte, haben mir alle geglaubt, dass es mein Herzenswunsch ist", so Ana.
Erfüllung
Die internationale Organisation "Make-A-Wish Foundation Austria" lässt Anas Wunsch Wirklichkeit werden. Make-A-Wish hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wünsche schwer kranker Kinder zu erfüllen. "Vor ein paar Monaten habe ich die Mitteilung bekommen, dass ich von 13. bis 15. Dezember nach Rom eingeladen werde und ich bei Papst Benedikt mit meinem Bruder Mario eine Privataudienz habe", erzählt Ana. Bruder Mario, der in Bruck die HAK besucht, spielt in Anas Leben eine wichtige Rolle: Er ist ihr Lebensretter.
"Mein Bruder hat mir Knochenmark gespendet. Es war für mich wie ein Lottosechser, dass sein Knochenmark gepasst hat, denn im Krankenhaus habe ich ein 16-jähriges leukämiekrankes Mädchen kennengelernt, das schon vier Jahre auf eine passende Knochenmarkspende gewartet hat", meint Ana.
Am 14. Dezember ist es so weit. Ana und ihr Bruder sitzen in der ersten Reihe bei der Audienz des Papstes. "Nach außen war ich so nervös, gleichzeitig habe ich aber innen so ein fröhliches und leichtes Gefühl verspürt." Ana steht nicht mit leeren Händen vor dem Heiligen Vater. "Ich habe ihm einen Anker und eine Landkarte aus der kroatischen Heimat meiner Eltern mitgebracht. Einen Engel und eine Karte vom Altar der St. Xaver Kirche von Leoben. Er hat gesagt, dass ihm unsere Geschenke gefallen und mir alles Gute gewünscht", erzählt Ana, und weiter: "Der Heilige Vater ist etwas ganz Besonderes. Er strahlt so eine Ruhe aus. Und irgendwie wirkt er so niedlich und freundlich. Ganz anders als im Fernsehen", meint Ana.
Der Besuch bei Papst Benedikt gibt ihr Kraft. "Ich weiß jetzt, dass ich mein Leben schaffen kann, und dass es da noch etwas gibt, weil ich ein sehr gläubiger Mensch bin", ist Ana überzeugt.
Und sie weiß noch etwas: "Ich möchte Krankenschwester werden, denn aufgrund meiner Krankheit habe ich erfahren, wie wichtig die Arbeit der Schwestern ist. Und ich möchte helfen, dass es auch anderen Menschen im Krankenhaus so gut geht, wie es mir gegangen ist, weil alle in der Klinik in Graz so nett zu mir waren. Man konnte mit den Ärzten und Schwestern so reden, wie mit der Familie. Ich möchte mich bei allen Ärzten und Schwestern und bei Make A Wish bedanken."
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Kommentar
FAKTEN
Die Make-A-Wish Foundation wurde 1980 in den USA gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wünsche schwer kranker Kinder zwischen drei und 18 Jahren zu erfüllen.
Mit der Erfüllung der Wünsche möchte die Foundation nicht nur eine große Freude machen, sondern auch neuen Mut geben und Kindern auch den Lebenswillen zurück geben.
In Österreich gibt es Make-A-Wish seit dem Jahre 1997.
Seit damals werden Woche für Woche Kinder besucht, Wünsche gesammelt und deren Erfüllung organisiert.








