Leoben: Zentrale für Sicherheit in Obersteiermark
Günter Lengauer, Direktor der Bundespolizei Leoben, ist die Notwendigkeit von Reformen bewusst. Er könnte sich Leoben als Sicherheitszentrale für die Obersteiermark vorstellen.
Geht es nach den Reformplänen von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, werden die Polizeidirektionen in Graz und Leoben aufgelöst. In beiden Städten möchte das Ministerium jedoch Außenstellen errichten, die direkt der Landespolizeidirektion unterstellt sind.
"Grundsätzlich bin ich für Reformen offen. Es muss aber sowieso noch alles im Detail ausgearbeitet werden. Faktum ist, dass es bald einen Landesverwaltungsgerichtshof geben wird und schon jetzt viele Agenden der Polizeidirektionen an den Unabhängigen Verwaltungssenat gegangen sind. Die Sicherheitsdirektion steht als Komplex da, der nicht mehr viele Fachaufgaben zu erfüllen hat. Das muss man klar sagen", meint Günter Lengauer, Direktor der Bundespolizei Leoben. Man könne Synergien erzielen. Aber: "Die Obersteiermark darf nicht zu kurz kommen. Alles in Graz zu zentralisieren, sodass viele ihren Wohnsitz dorthin verlegen und Kompetenzen von Leoben wegzugeben, ist nicht der richtige Weg." Er werde sich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass die Kompetenzen in der Montanstadt bleiben und nicht alles nach Graz abgesaugt werde. Das sei er als gebürtiger Eisenerzer der Region schuldig. "Es darf kein Sicherheitsvakuum in der Obersteiermark entstehen. Ich könnte mir vorstellen, dass Leoben das Sicherheitszentrum für die Obersteiermark wird, es ist die zweitgrößte Stadt der Steiermark und hat die Montanuniversität, viel Industrie und Schulen aufzuweisen." Jedenfalls sei in dem Konzept der Ministerin vorgesehen, dass Leoben eine Stadtpolizeidirektion bekomme.
Mit Argusaugen
Er werde mit Argusaugen darüber wachen, dass Leoben keinen Abbruch habe, was die Sicherheit für die Bevölkerung betrifft, betont Lengauer: "Die Stadt ist für ihre hohe Sicherheit bekannt. Wenn vernünftig vorgegangen wird, ist über Einsparungen sicher nachzudenken. Aber man muss auch bedenken, dass Einsparungen sehr oft auch eine Einbuße bei der Qualität nach sich ziehen." Die Spezialstruktur mit einer Polizeidirektion in Leoben sei berechtigt gewesen: "In einem Ballungsraum geschieht mehr. Die Polizeidirektion hat auch sehr gute Arbeit geleistet."
Er habe sehr lange in Wien gearbeitet, auch in führender Position im Innenministerium, und sei sich der Notwendigkeit von Reformen bewusst. Gleichzeitig weist Lengauer darauf hin, dass sich das Wiener Modell der Polizeistruktur nicht eins zu eins umlegen lasse: "Ich bin ein Fan der Strukturen in Wien. Sie sind aber für den urbanen Bereich konzipiert." Wenn die Innenministerin ihn auffordere, an einer Arbeitsgruppe teilzunehmen, werde er das gerne tun - mit Fokus auf die Obersteiermark.









