Preidler sucht sein Heil in der Flucht
Georg Preidler (21) geht in Kopenhagen im U23-Straßenrennen der Rad-WM (Eurosport live, 13 Uhr) an den Start. Der große Coup gelang ihm aber schon vor der WM.

Foto © GEPAGeorg Preidler (links)
Bald wird das Tyrol-Team Georg Preidlers Profil mit dem coolen Schwarz-Weiß-Foto von der Homepage löschen. Preidler wird dem Rennstall mit Saisonende den Rücken kehren. Aber nicht weil der Deutschfeistritzer das Handtuch wirft; er hat mit 21 Jahren den Sprung ins Ausland geschafft.
Vor seinem Einsatz bei der Rad-WM in Kopenhagen hat Preidler bei einer amerikanischen Mannschaft unterschrieben: dem Team "Type 1", einem Continental-Team. "2013 wollen sie dann zu den Profis wechseln", sagt Preidler, der bei der WM am Freitag im U23-Straßenrennen an den Start gehen wird. "Ich werde versuchen, in eine Fluchtgruppe zu kommen. In einem Massensprint hätte ich keine Chance."
Belgisches Vorbild
Preidler tritt in Kopenhagen zwei Tage vor Sprint-Ass Bernhard Eisel in die Pedale. Sehen wird er seinen Landsmann höchstens in der Unterkunft. "Wenn er fährt, bin ich schon wieder zu Hause."
Kennengelernt hat er Eisel bei der WM 2010 in Melbourne. "Er ist ein feiner Kerl", sagt Preidler, "aber mein Vorbild ist Philippe Gilbert." Der Belgier ist ein Spezialist für Eintagesrennen, für die Klassiker. So siegte er heuer etwa bei Lüttich - Bastogne - Lüttich. "Ein Triumph bei diesem Rennen ist mein großer Traum", sagt Preidler, "ich kann mir nicht vorstellen, wie Bernie bis zu drei Wochen lang im Sattel zu sitzen. Ich werde mir nächstes Jahr das Profigeschehen anschauen und dann sehe ich, ob ich eine Chance habe. "
Lorbeeren vom Profi
"Er ist ein Riesentalent mit den besten Voraussetzungen", sagt Eisel und fügt schmunzelnd hinzu: "Er ist ein Realist und eigentlich ist Georg viel zu schlau zum Radfahren." Realist? Zu schlau?
Trotz seiner Einsätze bei Tyrol und dem U23-Nationalteam studiert Preidler auf der Montanuniversität Leoben weiter. "Auf der Uni läuft es sehr gut und das ist mir wichtig", sagt Preidler, der Rohstoffingenieurwesen inskribiert hat. "Nach dem Radsport geht das Leben weiter."








