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Zuletzt aktualisiert: 03.09.2011 um 08:49 UhrKommentare

Das Salz brachte der Herr Pfarrer

Ernährungsexpertin Eva Maria Lipp teilte mit den teilnehmenden Familien und Redakteuren ihren Erfahrungsschatz in Sachen "Einkochen", damit auch in den Wintermonaten eine rege Vielfalt in der Vorratskammer zu finden ist.

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Quelle © KLZ Digital/Haider In der Frischen Kochschule wurden die Teilnehmer der Aktion von Eva Maria Lipp in die Kunst des Konservierens eingeführt

Fast gespenstische Ruhe herrscht in der Frischen Kochschule der Landwirtschaftskammer in Leoben. Kein einziges Wort ist zu vernehmen. Das Einzige, was man hört, sind Schneid- und Rührgeräusche. Kaum zu glauben, dass sieben Köche gerade dabei sind, Vorräte für den Winter einzukochen beziehungsweise einzulegen. Denn an diesem Tag haben sich mehrere Teilnehmer der Aktion "Steirisch essen" hier eingefunden, um mehr über die Vorratshaltung von Lebensmitteln zu erfahren.

"Viele Köche stimmt nicht, eigentlich gibt es hier ja nur einen wirklichen Koch", sagt Andreas Höfer schmunzelnd mit Blick auf Eva Maria Lipp, die den Workshop leitet. Diese erklärt sofort, worum es geht: "Ich habe einige Rezepte vorbereitet. Jeder kann sich aussuchen, was er möchte." Ein ganzer Stapel an Rezepten zeigt, dass die Steiermark ein großes Angebot an Produkten bietet, die konserviert werden können. Die Anrichte ist voll von Pfirsichen, Paprika, Sellerie, Gurken, Karotten und so weiter. "Das kommt alles aus der Steiermark", sagt Lipp, "nur steirisches Salz habe ich nirgendwo bekommen. Das hat mir extra der Herr Pfarrer vorbeigebracht. Er hat Beziehungen nach Altaussee."

Steirische Gummibärli

Unter den Anweisungen von Lipp entsteht in kurzer Zeit lagerfähige Ware - vom Kürbiskernpesto über Holunder-Zwetschken-Chutney bis hin zu Mixed Pickles. Ganz nebenbei knabbern die Teilnehmer selbst gemachte Kartoffelchips und "steirische Gummibärli". "Das sind getrocknete Spenlinge. Die kandierten erinnern ein bisschen an Gummibärli, deswegen nenne ich sie auch so", erklärt Barbara Petzl, die diese mitgebracht hat. Und sichtlich kommen diese auch bei den anderen gut an. Nach kurzer Zeit sind sie weg.

Auch bis zum Abfüllen der Gläser dauert es nicht lange: Nach knapp vierstündiger Arbeit können alle einen Kaiserschmarren mit einem Apfel-Vogelbeerchutney und einem Beerensaft genießen, die Eva Maria Lipp ganz nebenbei hergestellt hat. Und alle sind sich sicher: Steirisch essen ist gar nicht so schwierig.

Robert Breitler

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