Kassierin manipulierte neun Jahre lang die EDV
Unglaubliche 520.000 Euro soll die Frau aus dem Raum Leoben so in die eigene Tasche kassiert haben. Erst jetzt flog der Fall auf, die 54-Jährige wird wegen Veruntreuung zur Anzeige gebracht.

Foto © APDie 54-Jährige stornierte im EDV-System des Betriebes unter anderem Beträge für Tickets, für die Besucher bereits bezahlt hatten
Gleich für ganze Reisebusse soll eine 54-jährige Angestellte eines obersteirischen Tourismusbetriebes bereits ausgestellte Eintrittskarten wieder storniert haben - allerdings erst, nachdem die Reisegruppen bezahlt hatten. Da durch diesen Trick die Abrechnungen und Tageslosungen immer stimmten, fielen die Veruntreuungen viele Jahre lang nicht auf. Mehr als eine halbe Million Euro soll so in den Taschen der bis dahin unbescholtenen Ober-steirerin gelandet sein. "Sie hat eine kleine Lücke im System ausgenutzt", betont Rudolf Wölkart vom Landeskriminalamt (Außenstelle Niklasdorf), der der 54-Jährigen nun das Handwerk legen konnte. Denn die Obersteirerin manipulierte das firmeninterne EDV-System so gut, dass erst heuer im Juni erste Zweifel bei den Kollegen auftauchten. Doch da arbeitete die Frau schon mehr als neun Jahre in dem Betrieb - sie hatte 2001 dort begonnen.
Geld ins Haus gesteckt
Das Motiv für die Straftat waren allerdings weder Schulden noch, wie so oft, Spielsucht - die 54-Jährige soll alles in ein großes Wohnhaus investiert haben, das sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten besitzt und bewohnt. Dieses wurde in den letzten Jahren luxuriös renoviert, dennoch soll der Lebensgefährte keinen Verdacht geschöpft haben: Die Frau soll ihm gegenüber von Ersparnissen und einem höheren Kredit gesprochen haben. Doch in Wirklichkeit soll es das aus der Firmenkasse veruntreute Geld gewesen sein.
Bei ihrer Einvernahme - durch das Fehlen der Stornierungsbelege überführt - soll die Kassierin schließlich ein Teilgeständnis abgelegt haben. Sie wird nach Abschluss der Ermittlungen wegen Verdachts der Veruntreuung angezeigt. Ihren Job ist sie jetzt los - und wohl auch das liebevoll renovierte Haus. Denn das muss vermutlich für die Schadenswiedergutmachung verkauft werden.








