Aufregung um die Ausdünnung von Zügen
Der Wegfall von Zugverbindungen, die auch die Stadt Leoben betreffen, löst bei Kommunalpolitikern Befürchtungen für die Zukunft aus.

Foto © SchöberlDer Leobener Hauptbahnhof könnte künftig aufs Abstellgleis geraten. Regionalpolitiker kritisieren nun die Ausdünnung der Zugverbindungen
Die von den Österreichischen Bundesbahnen vorgenommenen Kürzungen von Zugverbindungen, die auch Bahnfahrer aus dem Bezirk Leoben betreffen, sorgen für Unmut. Nicht nur bei ÖBB-Kunden, sondern auch bei Kommunalpolitikern.
So meint Gerd Krusche, Leobens FP-Gemeinde- und Bundesrat: "Man darf nicht nur die Direktverbindung Graz-Salzburg bedenken, auch für Leoben als zweitgrößte Stadt der Steiermark sind massive Verschlechterungen im öffentlichen Verkehr zu befürchten."
Leoben habe im Kampf gegen Abwanderung Erfolge erzielt und sei Standort international erfolgreicher Unternehmen, wie Voestalpine, Sandvik und AT&S, aber auch Sitz der Montanuniversität. Deshalb könne ein solcher infrastruktureller Rückschlag nicht kampflos hingenommen werden, betont Krusche.
Maßnahmen
Deshalb fordert er die Verantwortlichen aller Parteien auf, rasch aktiv zu werden und Maßnahmen zu ergreifen, um das Horrorszenario für die Region zu verhindern. Die Argumentation der ÖBB bringt Krusche auf die Palme: "Diese sprechen nur von der Zahl der Reisenden, die direkt zwischen den Endbahnhöfen Graz und Salzburg beziehungsweise Innsbruck reisen, nicht jedoch von den Fahrgästen zwischen Leoben und Graz oder Leoben und Salzburg", so Krusche. Der Bundesrat ist überzeugt, dass ein weiteres Kappen der Zugverbindungen wirtschaftliche Nachteile, auch für den Tourismus der Region haben würde.
Vorhersehbar
Für Bahnexperten Karl Rinnhofer war diese Entwicklung mit dem Wegfall des Fernverkehrs für Linz und einer Verbindung nach Innsbruck vorhersehbar. "Auch die Reduzierung von sechs auf drei Verbindungen von Graz nach Salzburg", so Rinnhofer. Die ÖBB folge hier betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten. Es gebe immer einen Aufschrei von Leuten, wenn Zugverbindungen wegfallen, aber letztendlich fahren sie nicht mit den Zügen.
"Leoben hat durch den Verzicht im Nahverkehr den Nahverkehrsknoten an Bruck verloren", ist Rinnhofer überzeugt. Und weiter: "Wir brauchen eine intelligente Abstimmung im Nahverkehr", so Rinnhofer. Der Verein Fahrgast habe ein eigenes Konzept für ein Regionalexpress-Angebot ausgearbeitet und dieses als Parallelkonzept angeboten. Es beinhalte auch eine preisgünstige Rettung für die Verbindungen nach Salzburg.
Leobens Bürgermeister Matthias Konrad stuft die Ausdünnung der Zugverbindungen als nicht erfreulich ein. Vor allem im Vergleich mit den Zugverbindungen von Wien nach Salzburg, deren es 58 an der Zahl gibt. "Der ganze Fokus wird von Wien nach Salzburg gelegt und man vergisst auf die südlichen Regionen", so Konrad. Was sein wird, wenn der Koralmtunnel eröffnet wird, daran traut sich Konrad noch gar nicht zu denken.
Die ÖBB müssten schauen, dass sie für die Fahrgäste attraktiv bleiben, damit die Kunden das Angebot auch annehmen. Gute Zugverbindungen seien für Leoben unverzichtbar, aber: "Der Bund zahlt und schafft an."
Zur Forderung von Bundesrat Krusche, etwas gegen die Ausdünnung zu unternehmen, meint Konrad: "Ich frage mich, was Krusche tut. Er schreit ja auch schon lange. Ich kann mich jetzt nur an die Stellungnahme des Landes halten, in der von Bund und den ÖBB gefordert wird, dass der Takt zwischen Graz und Salzburg gehalten wird und das Land etwas dazuzahlt."








