Barrierefreiheit beginnt im Kopf
Leobener veranstaltete Camp für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Foto © PrivatKlaus Tolliner (links) übergibt die Resolution an Erwin Buchinger
GRAZ/LEOBEN. Der Leobener Klaus Tolliner hat zum dritten Mal ein Sommercamp veranstaltet, bei dem für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen gearbeitet wurde.
Eine Diskussion mit Erwin Buchinger bildete den inhaltlichen Abschluss. Er ist Gleichstellungsanwalt für Menschen mit Behinderung. Die Ergebnisse wurden ihm in Form einer Resolution übergeben. "Er soll unsere Anliegen politisch einbringen", erklärt Tolliner. In der Resolution fordern die Teilnehmer die Regierungen und Verwaltungen auf, "für die gleichberechtigte Teilhabe von Behinderten an der Gesellschaft zu sorgen."
Die 26 Teilnehmer haben die Beiträge und Aktivitäten für das fünftägige Camp selbst ausgewählt. Die Veranstaltung bestand natürlich aus Beiträgen und Diskussionen, aber auch Freizeitaktivitäten wie Spaziergängen, einem Pokerturnier und kreativen Übungen. "Die Teilnehmer müssen nicht von in der Früh bis am Abend Vorträge ansehen. Bei uns gibt es sogar ein gewisses Urlaubsflair", sagt Klaus Tolliner.
Und wie sieht es mit der Barrierefreiheit in Leoben aus? "In Leoben wird einiges gemacht", sagt Tolliner. Wenn etwas umgebaut wird, werde meistens auf die Barrierefreiheit geachtet. Schon 2007 wurde bei der Stadtpfarrkirche ein behindertengerechter Zugang gebaut. Ein Großteil der Gehsteige ist barrierefrei. Auch bei der Montanuniversität, wo Tolliner studiert hat, gibt es Lifte und Übergänge zwischen den Gebäuden.
"Es gibt aber immer noch Barrieren im Kopf", sagt Tolliner und meint damit Verantwortliche, die nicht an die Gleichstellung Behinderter denken. "Hundertprozentige Barrierefreiheit wird es nirgends auf der Welt geben. Aber man kann zumindest sein Mögliches tun."








