AT&S-Nettogewinn brach im Erstquartal ein
Einen Ergebniseinbruch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 meldete am Mittwoch der steirische Leiterplattenhersteller AT&S. Der Nettogewinn brach um mehr als zwei Drittel ein.

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Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S musste im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzrückgang und die Halbierung des operativen Gewinns hinnehmen, zeigte sich am Mittwoch aber optimistisch, wieder aufholen zu können. Der Jahresausblick (535 bis 550 Mio. Euro Umsatz, Ebit-Marge über neun Prozent) werde nicht verändert, sagte Vorstandsvorsitzender Andreas Gerstenmayer in einer Pressekonferenz. Soeben aufgebaute neue Produktionskapazitäten "kommen gerade rechtzeitig für den Aufschwung im Herbst."
Die Aktionäre reagierten zunächst enttäuscht. In den ersten beiden Stunden des Börsetags verlor die Aktie rund 2,5 Prozent auf 12,53 Euro. Die Analysten hatten Rückgänge erwartet, das Minus aber deutlich geringer eingeschätzt.
Gerstenmayer führte die Rückgänge auf geringer als erwartete Bestellungen durch die AT&S-Mobilfunk-Kunden zurück. Ihr Ausblick lasse AT&S aber einen starken Herbst erwarten. "Die Wachstumsaussichten sind intakt", beteuerte der Manager, der unter anderem die Unterbrechung der Lieferkette durch die Tsunami-Katastrophe in Asien für verspätete Serienanläufe verantwortlich machte.
AT&S, dessen Kernaktionär Hannes Androsch ist, macht mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Handys bzw. "Mobile Devices". Das zweitgrößte Geschäftsfeld Automotive sei im vergangenen Quartal gut gelaufen, hieß es.
Bei einem von 113,94 auf 110,46 Mio. Euro leicht geschrumpften Umsatz ist der Bruttogewinn in den ersten drei Monaten 2011/12 auf 13,8 (19,9) Mio. Euro gesunken. Der operative Betriebsgewinn (EBIT) wurde von 9,38 auf 4,43 Mio. Euro mehr als halbiert. Als Konzerngewinn werden 2,06 (Vorjahresquartal: 7,57 Mio. Euro) ausgewiesen. Der Gewinn je Aktie sank von 33 auf 9 Cent.
AT&S hat in den vergangenen Monaten kräftig investiert und ist dabei, in seinem Werk in Shanghai eine weitere Produktionslinien hochzufahren. Für das zweite chinesische Werk in Chongqing (Investitionsvolumen: 150 Mio. Euro) fand vor wenigen Wochen der Spatenstich statt. In Shanghai hat AT&S 28 Mio. Euro investiert und erwartet für das Gesamtjahr konzernweit Investitionsausgaben in Höhe von gut 130 Mio. Euro (ohne Erhaltungsinvestitionen).
Kehrseite
Kehrseite der Investitionen sind zusätzliche Fremdmittel, die den Verschuldungsgrad von 62,2 Prozent vor einem Jahr auf aktuell 95,2 Prozent explodieren ließen. Das Unternehmen hat sich als langfristiges Ziel aber eine Gearing Ratio von 80 Prozent vorgenommen. "Die temporäre Überschreitung dieser Marke bereitet uns kein Kopfzerbrechen", erklärte Finanzvorstand Thomas Obendrauf. Er verwies auf Währungseffekte, die das Eigenkapital nachteilig beeinflusst hätten.







