Montanstadt Leoben als Kulisse für einen Kinofilm
Renate Woltron (39), Regisseurin und Autorin aus Wien, dreht ab Oktober in ihrer Heimstadt Leoben für ihren neuen Film "Wand vor der Wand". Die Stadt selbst spielt dabei eine große Rolle.

Foto © SchöberlRenate Woltron, Film- und Theaterregisseurin, Autorin und Produzentin, mit Ehemann Manuel Girisch (links) und Günther Windisch
Kunst und Kultur bilden seit Renate Woltrons Jugend einen integralen Bestandteil ihres täglichen Lebens: Die 39-jährige Regisseurin und Autorin aus Leoben lebt seit 20 Jahren in Wien. Im Herbst gehen die Dreharbeiten für ihr nächstes Filmprojekt an den Start - und zwar in ihrer Heimatstadt Leoben.
"Schon mit 16 Jahren habe ich gemeinsam mit Kollegen eine Schülerzeitung herausgegeben, die in Wahrheit eine Kulturzeitschrift war", erinnert sich Woltron. Sie schrieb damals Rezensionen und Kritiken über Theatervorstellungen im Stadttheater Leoben, aber auch über Musik und Kabarett. Das Studium der Theaterwissenschaft an der Universität Wien war also fast die logische Konsequenz in Woltrons Werdegang: "Das Interesse für das Filmemachen war schon immer in mir. Zuerst bin ich aber beim Theater gelandet." Erst vor etwa drei Jahren setzte Woltron erste Schritte als Filmregisseurin, Autorin und Produzentin. Nach zwei erfolgreichen Kurzfilmen kommen demnächst zwei neue Spielfilme ins Kino. Einen davon hat Woltron bei der Viennale eingereicht: "Das genaue Datum der Kinopremiere hängt davon ab, ob mein Film abgenommen wird."
Leoben im Blickpunkt
Nach Leoben kommt Woltron, die mit Schauspieler Manuel Girisch verheiratet ist, immer wieder: "Ich besuche meine Familie, komme gerne auch nach Leoben, um ein bisschen Ruhe vom Leben in der Großstadt zu finden." Ab Herbst allerdings wird Woltron für einige Zeit regelmäßig in der Montanstadt zu Gast sein: "Dann beginnen die Dreharbeiten für den Film ,Wand vor der Wand'. Ich habe den Herbst für die Dreharbeiten ausgewählt, weil die Herbststimmung die Stimmung des Films unterstreicht." Gedreht wird an bekannten Punkten: Schwammerlturm, Stadttheater, MuseumsCenter, Asia Spa. Woltron wird dabei vom Kulturmanagement der Stadtgemeinde unterstützt. "Neben den beiden Hauptrollen Anna und Erwin spielt auch die Stadt selbst mit all ihren Sehenswürdigkeiten und den Bewohnern eine Hauptrolle." Übrigens ist Woltron auf der Suche nach Komparsen. Ein "sozialkritisches Melodram" über die Überwindung der Einsamkeit soll der Film werden: "Es ist nie zu spät, seinem Leben einen Sinn zu geben", meint Woltron. Zum Inhalt: Eine vereinsamte Frau lebt zurückgezogen in ihrer Wohnung und traut sich seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr vor die Haustüre. Als ein Historiker in mittleren Jahren für einige Wochen in die Nachbarwohnung einzieht, beginnt sich durch ihn ihr Leben langsam zu ändern.
Features
Kommentar
FAKTEN
Renate Woltron ist 39 Jahre alt und wurde in Leoben geboren.
Nach der Matura in Leoben ging sie vor 20 Jahren nach Wien.
Dort studierte sie Theaterwissenschaften und Geschichte.
Abschluss mit Diplom.
Sowohl in der Diplomarbeit als auch in der Dissertation beschäftigte sich Woltron mit Themen, die das Filmmetier berühren.
Thema der Diplomarbeit: "Frauenschicksale in Rainer Werner Fassbinders Filmen".
Danach Dissertation zum Thema "Theodor Fontane - Der Roman und seine Verfilmungen".
Woltron ist Film- und Theaterregisseurin, Autorin und Produzentin.
Sie arbeitet viel mit Michael Thomas - Schauspieler, Sänger, Regisseur und Autor - zusammen.
Seit zwölf Jahren Eigenproduktionen mit Manuel Girisch, Schauspieler und Ehemann.
Kinodebüt mit dem Spielfilm "Across the Mile", der im Oktober Premiere haben wird und auch bei Filmfestivals eingeschickt ist.
"Randgänger" ist noch in der Endbearbeitung. Der Film wird bei der Diagonale eingereicht.
Ab Oktober dreht Woltron in Leoben "Wand vor der Wand".








