Mayer blieb locker, nur die Muskeln streikten
Georg Mayer gewann den 24-Stunden-Lauf von Irdning und nimmt vielleicht die WM in Angriff.
LAUFSPORT. Georg Mayer ist ein gefragter Mann. Kaum hatte er den 24-Stunden-Lauf von Irdning gewonnen, klingelte auch schon sein Telefon. Österreichs Ultralauf-Referent ließ fragen, ob der gebürtige Leobener vielleicht Lust hätte, bei der WM 2012 in Polen mitzuwirken. Hat er natürlich, der 42-Jährige. Auch wenn er es sich noch ein bisschen überlegen will. "Weil ich nur dann laufe, wenn ich auch eine realistische Chance auf eine Medaille habe."
Die wiederum hänge von den Trainingsmöglichkeiten ab, wie Mayer sagt. Er ist Rechtsanwalt in Wien und in seiner Kanzlei zeitlich eingespannt. Ohne Improvisation beim Training gehe nichts, alle Möglichkeiten würden ausgeschöpft. Sein Laufband stehe längst im Büro, erzählt Mayer. Dass eine WM-Medaille "ein Ziel fürs Leben" sei, erklärt er allerdings auch.
Beim Ultralauf in Irdning hat der drahtige Rechtsanwalt 216,7 Kilometer bei sengender Hitze abgespult und vor Peter Brandacher (LCA Hochschwab) gewonnen. Nach 17 Stunden plagten Mayer Krämpfe im Oberschenkel. Dass es "fünf kleine und ein großer" waren, wusste er gestern noch genau. Sie wurden wegmassiert. Von Vater Kurt Mayer. Einem jener Laufsport-Pioniere, die schon liefen, ehe der Begriff "Joggen" nach Österreich kam. Klar, dass Vater und Sohn gemeinsam durch die Wälder hirschen, wenn Georg Mayer auf Besuch zu Hause in Gai ist.
Warum es nach einigen Top-10-Plätzen diesmal perfekt klappte? "Weil ich es unbedingt wollte und locker geblieben bin", sagt Mayer. Klingt nach starken Voraussetzungen für eine WM. . . ALOIS LEITENBAUER








