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Zuletzt aktualisiert: 30.05.2011 um 20:21 UhrKommentare

Ein emotionsloses Umsetzen

George Ralph ist der Primar der gemeinsamen gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung der Spitäler Bruck und Leoben. Die Konzentration der Abteilung in Leoben ist für ihn richtig.

Die Wogen gingen und gehen immer noch hoch, wenn es um die Verlegung der Gebärstation vom Landeskrankenhaus Bruck nach Leoben geht. Für George Ralph, den Primar der gemeinsamen gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung der beiden Spitäler, sind diese Emotionen durchaus nachvollziehbar. "Mir ist bewusst, dass dieses Thema sehr emotionsgeladen ist. Denn Bruck hat bei Gynäkologie und Geburtshilfe eine große Tradition", weiß Ralph.

Er versteht die Emotionen aber dann nicht mehr, wenn es sich um seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handelt. "Es herrscht eine massive Verunsicherung des Personals in Leoben." Umgekehrt muss laut Ralph auch das Brucker Personal keine Zukunftsängste haben: "Niemand wird auf der Straße stehen." Sowohl das Pflegepersonal wie auch die Hebammen aus Bruck werden großteils in Leoben einen Arbeitsplatz bekommen. Ralph: "Einige wenige Hebammen wechseln auf eigenen Wunsch nach Graz."

Zeitfenster von zehn Jahren

Keine Emotionen will Ralph allerdings bei der Umsetzung der Spitalsreform gelten lassen, denn die Übersiedelung der Gebärstation von Bruck nach Leoben gehe ja bereits auf das Jahr 2001 zurück. "Vor zehn Jahren hat die Zusammenlegung begonnen. Damals war die Belegung der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilungen weder in Bruck noch in Leoben so stark, wie die Kages sich das vorgestellt hat", erinnert sich Ralph, der in eben diesem Jahr 2001 gemeinsamer Primar von Bruck und Leoben geworden ist. "Aber ich habe damals schon gesagt, wir brauchen ein Zeitfenster." Also ist im Jahr 2005 die Gynäkologie in Bruck aufgelassen worden und zur Gänze nach Leoben gekommen.

Der Standort Bruck, betont Ralph, sei damals aber nicht leer ausgegangen. So sei Bruck nach den Vorstellungen des damaligen Kages-Vorstandsdirektors Bernd Martetschläger ein "Kopf-Klinikum" geworden: mit der Neurologie und der Augenklinik, aber auch mit der Gefäßchirurgie und der Kardiologie.

Kurzzeitgedächtnis

Was den Primar besonders stört, ist das Kurzzeitgedächtnis vieler handelnder Personen in dieser Causa. "2001 haben alle Beteiligten gewusst, was passieren wird. Es ist unverständlich, dass jetzt die Wogen so hochgehen." Auch nach der Umsetzung der Spitalsreform wird die Steiermark die höchste Spitalsdichte in Europa haben. "Es wird dann fünf Gynäkologien für 1,2 Millionen Einwohner geben. In Deutschland kommen 1,5 Abteilungen auf eine Million Einwohner, in England und in den USA weniger."

Und er legt großen Wert darauf, dass nicht er "Bruck zugesperrt" habe: "Meine Aufgabe ist es, die Qualität der Gynäkologie und Geburtshilfe für die Region zu optimieren. Das wird uns gut gelingen." Ralphs Fazit: "Man muss das emotionslos umsetzen."

ULF TOMASCHEK

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