Streit um Grazer Huchen geht in die nächste Runde
Landesstudie stellt den fischökologischen Folgen der neuen Kraftwerke kein gutes Zeugnis aus. So habe die Grazer Mur derzeit noch "ein beträchtliches ökologisches Potenzial", das durch die Kraftwerke "weitgehend verloren" gehe.

Foto © NaturschutzbundDie Huchen-Population in der Mur könnte den Bau des geplanten Wasserkraftwerkes Graz-Puntigam nun doch zu Fall bringen
Während man sich in Gratkorn dieser Tage zur UVP-Verhandlung für das dortige Wasserkraftwerk traf, scheint sich in Graz weiter alles um eine Sache zu drehen: den Huchen. An diesem geschützten Fisch kristallisiert sich seit Monaten der Streit um das geplante Murkraftwerk in Puntigam. Schon im Vorjahr wollte die Landesregierung wissen, was Sache ist, und beauftragte die Wiener Boku zu untersuchen, wie sich ein weiterer Wasserkraftausbau auf die Fischfauna des Flusses auswirkt.
Fischökologische Folge
Jetzt liegt die Studie vor, und sie stellt den fischökologischen Folgen der neuen Kraftwerke kein gutes Zeugnis aus. So habe die Grazer Mur derzeit noch "ein beträchtliches ökologisches Potenzial", das durch die Kraftwerke "weitgehend verloren" gehe, heißt es in dem Papier, das der Kleinen Zeitung vorliegt. Zwischen Fisching und Leoben etwa habe sich der Huchenbestand durch das dortige Kraftwerk um 82 Prozent verringert. Eine Verschlechterung des ökologischen Zustands der Mur durch neue Anlagen sei "grundsätzlich zu vermeiden", empfehlen die Autoren.
In Graz mehren sich indes die Stimmen, die den Huchen als Kraftwerksblockierer nicht akzeptieren wollen. Der Fisch sei am besten dadurch zu schützen, wenn er nicht mehr befischt werde, sagt Johann Eder vom Verein "Herz für die Mur". Der parteifreie Gemeinderat Gerhard Mariacher fordert, die Prioritäten zu ordnen und die "Huchen-Hysterie" zu beenden.








