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Zuletzt aktualisiert: 25.02.2011 um 20:16 UhrKommentare

"EU-Gipfel" im Down Syndrom-Zentrum

Im Down Syndrom-Zentrum in Leoben tagen kommende Woche Vertreter aus acht Partnerländern. Im Zentrum steht ein Rechen-Lernprojekt.

Die Projektpartner des EU-Grundtvig-Förderprogramms bei einem Treffen

Foto © PrivatDie Projektpartner des EU-Grundtvig-Förderprogramms bei einem Treffen

Mit einem speziellen Rechen-Lernsystem, das Bernadette Wieser vom Leobener Verein Hand in Hand für Menschen mit Down Syndrom entwickelt hat, macht das Hinterberger Down Syndrom-Zentrum "Leben Lachen Lernen" international von sich reden. Vor knapp mehr als einem Jahr fiel in Hinterberg der offizielle Startschuss für die Teilnahme am Grundtvig-Förderprogramm der EU: Unter dem Motto "Lifelong Learning" soll das Rechenmodell aus Wiesers Feder EU-weit zum Einsatz kommen. Am Dienstag, dem 1. März, und am Mittwoch, dem 2. März, tagen Vertreter der acht Partnernationen im Down Syndrom-Zentrum in Leoben.

An den Start des Projekts ging es vor einem Jahr noch mit fünf Partnerländern. Mittlerweile haben sich neben Deutschland, Italien, Rumänien, Tschechien und Dänemark auch Frankreich und sogar die USA in die Weiterentwicklung und Verbreitung des Rechen-Lernsystems eingeblendet. "Das hat uns total überrascht und gefreut, dass die Partner aus den USA sich aktiv bei uns gemeldet haben und Interesse an der Teilnahme gezeigt haben", erklärt Jürgen Wieser vom Verein Hand in Hand.

Gegen Vorurteile

"Das althergebrachte Vorurteil, dass Menschen mit Down Syndrom nicht rechnen können, ist endlich klar widerlegt. Es geht nur um das gewusst, wie", erklärt Bernadette Wieser. Gemeinsam mit Dyskalkulietrainerin Anita Hotter betreut sie Menschen mit Down Syndrom aus dem gesamten deutschsprachigen Raum Europas. Acht Mitarbeiter sind im Down Syndrom-Zentrum beschäftigt. "Die entscheidende Zielsetzung der internationalen Arbeitsgemeinschaft im Rahmen des EU-Projekts liegt in der Förderung der Autonomie von Menschen mit Down Syndrom jeden Alters", so Bernadette Wieser.

In Zusammenarbeit mit Menschen, die das Down Syndrom haben, entwickelten Wieser und ihr Team nicht nur das neue Rechen-Lernsystem, sondern stellten auch eine "Rechenbox" mit Lernmaterialien, einem Handbuch sowie einer Lehr-DVD zusammen. "Es wird Schritt für Schritt erklärt, wie man das Rechen-Lernsystem anwendet und wie die Wissensvermittlung funktioniert", so Bernadette Wieser. Diese "Rechenbox" soll künftig in Betreuungseinrichtungen in Europa zum Einsatz kommen.

Der Verein Hand in Hand plant übrigens einen Ausbau des Zentrums in Hinterberg - mit einer Biobäckerei, einem Cafe und einem Nahversorger für Hinterberg, wo Menschen mit Down Syndrom arbeiten werden.

ANDREAS SCHÖBERL

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