Verbot für Plastikverpackungen sinnvoll?
Der Plastikmüll wird von Jahr zu Jahr mehr. Viele fordern nun Verbote. Doch wie sinnvoll wären sie?

Foto © FuchsDie Plastikmüllberge wachsen...
Italien hat die Diskussion neu befeuert. Seit der südliche Nachbar mit Jahresbeginn die Plastiksackerln in den Geschäften verboten hat, sind auch hierzulande die Stimmen wieder laut geworden, die dem Plastik den Kampf ansagen wollen. In Oberösterreich fordert der grüne Umweltlandesrat Rudi Anschober ein bundesweites Verbot nach italienischem Vorbild, auf der Online-Plattform Facebook haben mehrere Tausend User eine Petition dafür unterzeichnet, in Graz fordert die KPÖ Maßnahmen gegen die Sackerlflut und im oststeirischen Kaindorf startet gerade eine Anti-Plastiksackerl-Initiative des gesamten örtlichen Handels.
Doch es sind nicht nur die Sackerln. Im Verpackungsbereich beherrscht Plastik längst unsere Welt. Ließe es sich flächendeckend ersetzen? "Kaum", sagt Clemens Holzer, Vorstand des Instituts für Kunststoffverarbeitung an der Montanuni Leoben. "Eine Studie besagt: Würde man allen Kunststoff durch andere Materialien ersetzen, würde sich der ökologische Fußabdruck verdoppeln." Oft sei Plastik eben die bessere Wahl. "Es ist ja nicht so, dass dahinter eine Industrie steht, die alles verpacken will. Es sind die Konsumenten, die das fordern", sagt Holzer. Zudem werde in Österreich das meiste Plastikverpackungsmaterial später verbrannt, womit es anders als viele Alternativprodukte einen energetischen Nutzen erfülle.
KONTRA
Ein Argument, das Kritiker so nicht gelten lassen wollen. Das für das Plastik verwendete Erdöl ließe sich genauso gut auf direktem Weg verbrennen. Und bei der Herstellung ist ein Plastiksack nicht weniger energieintensiv als etwa ein Produkt aus Maisstärke. "Die Energie, um ein Plastiksackerl herzustellen, überschreitet die Energieausbeute bei der Verbrennung etwa um den Faktor zwei", sagt Wilhelm Himmel, Leiter der Fachabteilung für Abfallwirtschaft beim Land Steiermark. Alternativprodukte aus Stärke seien allerdings meist nur dann sinnvoll, wenn sie auf regionalen Rohstoffen basieren.
Der beste Ansatz, um den Plastikmüll einzudämmen, liegt laut Experten aber ohnehin im nachhaltigen Umgang. Im Falle der Plastiksackerln sind demnach Lösungen nötig, die öfter als einmal verwendet werden.
Denn der ökologischste aller Abfälle ist immer noch der vermiedene.










