Viele wollen schon jetzt ab in den Süden
Winterwetter und Frühbucherbonus locken auch im Bezirk Leoben die Menschen ins Reisebüro. Türkei und Kreuzfahrten boomen, Tunesien wird oft umgebucht. Ägyptenurlauber warten zu.

Foto © APDer Ausblick auf das weite, blaue Meer macht Lust auf Urlaub
In den Reisebüros des Bezirkes herrscht derzeit Hochbetrieb. Einerseits, weil viele Menschen jetzt ihren Sommerurlaub fixieren, andererseits, weil vor allem Tunesienurlaube aufgrund der dortigen Unruhen umgebucht werden. Die aktuellen Proteste in Ägypten zeigen bislang noch keine Auswirkungen.
"Wir hatten mehrere Umbuchungen von Kunden, die in diesen oder kommenden Wochen nach Tunesien geflogen wären. Als alternative Urlaubsziele wurden vorzugsweise Ägypten, Türkei oder Spanien gewählt", berichtet Melanie Hödl, Reisebüroangestellte vom TUI-Reisecenter in Leoben.
Abwarten
Nun, wo auch Ägypten von Unruhen geschüttelt ist, würden sich die Kunden informieren, jedoch nicht umbuchen, da noch keine Reisewarnung besteht. Oben erwähnte Länder seien bei TUI heuer besonders gefragt. "Vor allem die Türkei ist ein Renner. Hauptbuchungszeit ist bei uns von Jänner bis März, auch weil viele den Frühbucherbonus nützen wollen", so Hödl. Dass zu Jahresbeginn stets das Urlaubsfundament gelegt wird, bestätigt Reinhard Kurta vom gleichnamigen Reisebüro in Leoben: "Manche buchen aber auch schon ab November. Ägypten ist heuer das meist gebuchte Urlaubsziel, gefolgt von Türkei, Griechenland und Spanien. Daran haben auch die aktuellen Unruhen in Ägypten noch nichts geändert. Wir sind zwar mit Anfragen von Kunden über die Lage konfrontiert, es hat aber noch niemand storniert oder umgebucht, wir hatten sogar Buchungen. Die Unruhen finden momentan vorwiegend in Kairo statt, die meisten Urlaube sind für Badedestinationen wie Hurghada oder Sharm el Sheikh vorgesehen und diese Orte sind derzeit nicht betroffen. Wir prüfen täglich die Situation und würde diese eskalieren, würden sofort dementsprechende Schritte zum Wohl der Reisenden unternommen werden", so Kurta. Bezüglich Tunesien-Krise bemerkt er, dass einige seiner Kunden persönlich betroffen waren. "Es war kürzlich eine Golfgruppe in Tunesien, die mit einer Sondermaschine unbeschadet nach Hause gebracht werden konnte. Weitere Kunden haben ihren bevorstehenden Tunesienaufenthalt nach Spanien beziehungsweise in die Südtürkei verlegt."
Kreuzfahrten
Wie Kurta erklärt, würden heuer auch Kreuz- und Flussfahrten boomen, verstärkte Nachfrage gebe es auch für Kroatien. Kurta: "Man merkt, dass es wirtschaftlich wieder bergauf geht." Abwarten heißt die Devise für Tunesien- und Ägyptenurlauber des Reisebüros Gruber in Eisenerz, wie Leiterin Ulrike Koppler mitteilt: "Es hat bis jetzt noch niemand umgebucht, weil die Hoffnung auf Beruhigung der Situation bis zum Sommer besteht." Die Urlaubsziele ihrer Kunden seien breit gefächert, angefangen von Griechenland bis zu Mauritius. Weder Stornierung noch Umbuchung eines Tunesien- oder Ägyptenurlaubes verzeichnet Manfred Finster vom Reisebüro am Bahnhof in Leoben: "Die Kunden hoffen auf eine Beruhigung der Situation. Ägypten ist auch noch nicht kostenlos stornier- oder umbuchbar." Favorisierte Feriendestination habe sich für 2011 noch keine herauskristallisiert, die Buchungsziele sind bunt gemischt.
Was auffalle, sei die stark zunehmende Nachfrage nach Kreuzfahrten sowie ein geändertes Buchungsverhalten: "Die Leute warten nicht mehr auf Last-Minute-Schnäppchen, sondern buchen früh."
Trend
Mit Umbuchungen von Tunesienurlauben ist man im Reisebüro Kuoni konfrontiert, so Leiter Edmund Lebenbauer. "Alternativ haben sich jene Kunden für Ägypten oder die Türkei entschieden. Der Trend zum Ägyptenurlaub ist in den letzten zwei, drei Jahren stark gestiegen, genau wie zu Kreuzfahrten im Mittelmeer oder an Norwegens Küste", so Lebenbauer. Aufgrund der aktuellen Krise in Ägypten, habe es noch keine Änderungswünsche gegeben. "Die Leute warten ab, es gibt allerdings momentan keine neuen Buchungen dorthin", so Lebenbauer. Verstärkt gefragt seien Fernreiseziele wie Thailand oder die USA, nach der Krise im Vorjahr gehe es wieder öfter nach Griechenland.







