Voestalpine-Direktor ortet "dramatischen Bildungsverfall"
Voestalpine-General Eder kritisiert fehlende Grundschulausbildung. Er habe in den letzten zehn Jahren einen "dramatischen Verfall der Bildung der Grundschulabgänger" feststellen müssen.

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LINZ. Hart ins Gericht mit dem österreichischen Bildungssystem geht Voestalpine-Generaldirektor Wolfgang Eder: In der ORF-Veranstaltung "Treffpunkt Wissenschaft" kritisierte Eder die "fehlende Grundschulausbildung". Das sei "nicht nur ein Problem, das die Lehrer betrifft". In den letzten zehn Jahren habe er einen "dramatischen Verfall der Bildung der Grundschulabgänger" feststellen müssen.
Eders Beispiel: Von den Lehrstellenbewerbern, die sich in der Voest melden, würden die besten zehn Prozent aufgenommen. Doch auch bei diesen müssten Lerndefizite aufgeholt werden. Die Firmenstandorte in der Steiermark stünden dabei ganz besonders in der Auslage: "Wir müssen dort tatsächlich die Lehrlinge in den ersten zwei Jahren in den Grundrechnungsarten und in der Grundgrammatik unterrichten. Wir tun das auch schon in Linz, etwas diskreter und noch nicht in diesem Umfang", sagte Eder.
Schuld sei "der ganze Aufbau unseres Bildungssystems, wo man nur noch über grundsätzliche Veränderungen etwas erreichen kann". So wird laut Eder rund die Hälfte der Lehrlinge im ersten Lehrjahr zum Nachhilfeunterricht geschickt, wobei auf Mathematik das Hauptaugenmerk gelegt wird. Bemerkbar machen sich auch geburtenschwache Jahrgänge, weil da unter den 100 Jugendlichen, die jährlich von der Voest an steirischen Standorten wie etwa Leoben, Kapfenberg oder Kindberg angestellt werden, auch Lehrlinge genommen werden müssen, die sonst keine Chance auf einen Lehrvertrag haben.








