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Zuletzt aktualisiert: 10.01.2011 um 20:18 UhrKommentare

Arbeit für Tierschutz hat zugenommen

Seit Jänner dieses Jahres "ordiniert" mit Gerd Kaltenegger an der Bezirkshauptmannschaft Leoben ein neuer Amtstierarzt. Friedrich Schittmayer geht in Pension.

Haltung bei Nutztieren hat sich in den vergangenen Jahren verbessert

Foto © APAHaltung bei Nutztieren hat sich in den vergangenen Jahren verbessert

Der Tierarzt Gerd Kaltenegger (46) aus Oberaich ist im Bezirk Leoben kein Unbekannter. Er hat bereits in den vergangenen Jahren Urlaubsvertretungen des bisherigen Amtstierarztes Friedrich Schittmayer im Bezirk gemacht. Außerdem ist er auch in der Leobener Oberlandhalle mit den Tierversteigerungen bestens vertraut.

Kaltenegger bringt jede Menge Erfahrung als Amtstierarzt mit, da er diese Funktion bereits seit 1995 im Bezirk Bruck ausgeübt hat und davor im Veterinärmedizinwesen auf der Fachabteilung 8c der Landesregierung gearbeitet hat. Er wird noch bis 1. März dieses Jahres auch für die Amtstierarztbelange in Bruck zuständig sein, also kurzzeitig beide Bezirke betreuen.

Der Wechsel nach Leoben hat sich zum einen durch die Pensionierung Schittmayers ergeben, und zum anderen gibt es seit Jänner 2010 einen Erlass des Landes, dass ein Tierarzt, der selbst eine Praxis hat, in diesem Bezirk die Funktion eines Amtstierarztes nicht mehr ausüben darf, da er als Amtstierarzt auch Praxen überprüfen muss. Und Kaltenegger hat eine Praxis im Bezirk Bruck.

Viele Aufgaben

Das Aufgabengebiet eines Amtstierarztes ist ein umfangreiches. "Es teilt sich in drei große Gruppen auf. So geht es um Lebensmittel tierischer Herkunft. Etwa Milch, Fleisch oder Honig", erklärt Kaltenegger. Der zweite wichtige Teil beschäftigt sich mit der Tierseuchenbekämpfung und das dritte Aufgabengebiet bezieht sich auf den Tierschutz. "Dabei geht es um landwirtschaftliche Nutztiere, aber auch um Haustiere, und in letzter Zeit kommen verstärkt exotische Tiere dazu", erklärt Kaltenegger.

Er empfinde seine Arbeit als Amtstierarzt als ständige Herausforderung, da sich vor allem auf den Gebieten Lebensmittel und Tierseuchenbekämpfung immer wieder etwas ändere und Neues dazu komme. Kaltenegger hat sofort ein Beispiel parat. "So gibt es jetzt eine Meldepflicht für alle Fischteichbesitzer bei Aquakulturseuchen", so Kaltenegger.

Tierschutz

Die Arbeit im Bereich Tierschutz habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Warum? "Weil die Sensibilität der Bevölkerung vor allem im Haustierbereich gestiegen ist. Die Leute zeigen Vorfälle öfters an als früher. Auch die Haltung exotischer Tiere hat zugenommen", so Kaltenegger. Vor allem die von Schlangen, Spinnen oder Leguanen. Im Nutztierbereich hätten sich die Haltungsbedingungen stark verbessert, weil die Landwirte auch viel in neue Stallungen investiert haben. Stichwort: Laufställe.

Auf die Frage, ob er als Amtstierarzt des Bezirks Leoben gewisse Schwerpunktsetzungen ins Auge fasse, meint er: "Eigentlich nicht, da es ohnehin genaue Vorgaben von der Oberbehörde gibt, was zu tun ist. Außerdem hat mein Vorgänger sehr gut gearbeitet, sodass ich diese Arbeit fortsetzen werde", erklärt Kaltenegger. Im Sommer, der Weideperiode, gehe es immer verstärkt um Tierseuchenbekämpfung. "Im europäischen Vergleich haben wir österreichweit einen guten Seuchenstatus, was uns am Exportmarkt große Vorteile bringt", erklärt der Amtstierarzt. Zurückzuführen sei das auf gezielte Bekämpfungsverfahren, wie etwa Schutzimpfungen.

Bekämpfung

So habe man in Österreich die Tollwut erfolgreich bekämpft, die es seit 1990 nicht mehr gibt. Man müsse aber immer auf der Hut sein, denn gegenwärtig sei die Tollwut im italienischen Friaul relativ stark. "In den Grenzgebieten zu Slowenien und Ungarn werden immer Köder ausgelegt. Früher haben das Jäger gemacht, jetzt passiert das mit Flugzeugen. Auch in Italien", erklärt Kaltenegger. Bei Füchsen, Mardern oder Dachsen sei aber immer wieder die Staupe ein Problem, die ähnliche Symptome zeige wie die Tollwut. Es handelt sich hiebei um den gleichen Erreger wie beim Hund, daher sei es wichtig, Hunde gegen Staupe zu impfen.

ANDREA WALENTA

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