Rohstoffzweig an der HTL wird nun konkret
Nach langem Ringen gehen die Vorbereitungen zur Einführung des neuen Ausbildungszweigs Rohstoffe an der HTL Leoben in die Zielgerade.
An der HTL Leoben gibt es mit Metallurgie und Logistik bisher zwei verschiedene Ausbildungszweige. Nach langwierigen Planungsarbeiten soll ab dem Schuljahr 2012/2013 mit der Ausbildung zum Rohstoffingenieur ein dritter Ausbildungszweig dazukommen. Soweit ist praktisch alles unter Dach und Fach, nur der Schulverein der HTL, die eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht ist, muss das Vorhaben noch endgültig absegnen. Das wird voraussichtlich Anfang Februar geschehen: "Die Einstellung der Mitglieder zu diesem Thema ist jedenfalls äußerst positiv", erklärt Alexandra Gmundner, Geschäftsführerin des Schulvereins der HTL Leoben.
Die ausdrückliche Nachfrage der Industrie nach einer derartigen Ausbildung ist etwas Besonderes: "Es gibt keinen exakt zugeschnittenen Lehrberuf für diese Branche, darüber gibt es an technischen Universitäten die akademische Ausbildung zum Diplomingenieur. Aber für die mittlere Führungsebene gibt es im Rohstoffbereich bis jetzt in ganz Österreich keine Ausbildung", erklärt Gmundtner. Die Vertreter der österreichischen Industrie seien von selbst aktiv geworden und würden auch eine Menge Geld in die Hand nehmen, um den Ausbildungszweig auf die Beine zu stellen: "Das erste Mal haben wir im Jahr 2008 über das Einführen dieses neuen Ausbildungszweiges gesprochen. Dabei ist klar geworden, dass ein großer Bedarf an einer Ausbildung zum Rohstoffingenieur gegeben ist", so Gmundtner.
Standortvorteile
Für den Standort Leoben würden viele Faktoren sprechen: "Bei uns ist kontinuierlich Kompetenz aufgebaut worden. Das ist historisch gewachsen und daher eine solide Basis. Außerdem ist die räumliche Nähe und die schon jetzt sehr enge Kooperation mit der Montanuniversität ausschlaggebend." Da die Ausbildung nicht regional, sondern national ausgerichtet sei, sei auch das bestehende, an die HTL angeschlossene Internat ein Startvorteil. Und auch die Unterstützung durch die Stadtgemeinde sei wichtig gewesen.
So seien bei der Erstellung des neuen Lehrplans alle Beteiligten von Anfang an mit eingebunden gewesen - Schulverein, Industrie, Montanuniversität, Unterrichtsministerium und Landesschulrat. Zwei Drittel technische Fächer, ein Drittel kaufmännische Ausbildung und Allgemeinbildung: Das ist die Mischung des Lehrplans auf dem Weg zum Rohstoffingenieur. "Die Ausbildung ist nachhaltig. Die Absolventen können direkt in die Wirtschaft einsteigen. Unsere Industriepartner gehen davon aus, dass sie österreichweit zwischen 25 und 30 Absolventen jährlich benötigen", betont Gmundtner.
Die Ausbildung docke aber auch ideal an montanistische Studienrichtungen in Leoben an. "Wir haben eine Verantwortung der Jugend gegenüber und wollen eine schulische Ausbildung anbieten, mit der sie etwas anfangen können."
Features
Kommentar
LEHRPERSONAL
Für den neuen Ausbildungszweig werden in den Fachbereichen Vortragende der Werkmeisterschule und Professoren der Montanuni unterrichten.
Den allgemeinbildenden Teil betreuen vorhandene Lehrer.
Ministerium finanziert Personal.
ROHSTOFFINGENIEUR
An der HTL Leoben gibt es bisher den traditionellen Ausbildungszweig sowie den Ausbildungszweig Logistik.
Ab dem Schuljahr 2012/2013 soll mit dem Ausbildungszweig Rohstoffe begonnen werden.
www.htl-leoben.at








