Wo die Kegel das Krachen lernen
ESV Leoben-Kegler sind seit Jahrzehnten auf der Erfolgsspur. Ein Lokalaugenschein.
SPORTKEGELN. Wenn Lisa Schwinger und Michelle Fediuk auf ihrer Heimbahn im ESV Leoben-Hauptquartier in die Vollen gehen, kracht es bis in den angrenzenden Schankraum. Fehlwürfe? Fehlanzeige! Die Kegelformation am Ende der Bahn explodiert immer - und vollständig. Die 13- und die 10-Jährige tanzen über die Anlaufspur, rollen die Kugel schnurstracks zum Ziel und freuen sich Sekunden später über deren Zerstörungswut.
Wo die Präzision herkommt? "Üben, üben, üben", lachen die beiden. Und das tun sie neben anderen auch mit Erich Pappitsch. Der bekleidete bis vor Kurzem den Posten des Bundestrainers. "Wie der Constantini im Fußball", erklärt Pappitsch. Jetzt ist er Lehrbeauftrager und ESV-Sektionsleiter. Die Jugendarbeit unter seiner Leitung boomt: Mehr als 30 Talente trainieren auf den ESV-Bahnen. Gemeinsam mit Obmann Gerald Hopf und Marketingleiter Helmut Resch schaukelt der 54-Jährige die Geschicke des größten Kegelvereins im Steirerland.
Die Latte für den Nachwuchs liegt hoch, Erfolg hat beim ESV Tradition, wie Pappitsch weiß. "Ich will nicht überheblich sein, aber wir haben sicher schon mehr als 100 österreichische Medaillen geholt", sagt er. Von den steirischen will er gar nicht reden. Die ESV-Kegler Roland und Christian Bernhard holten den Junioren-WM-Titel, auch internationale Einzelmedaillen hat der ESV erbeutet.
Weltklasse
Zwei Mal Bronze bei der WM und ein Mal Bronze beim Weltpokal holte beispielsweise Gerlinde Stocker. Sie ist das aktuelle Aushängeschild des Klubs, und ihr Training läuft schon wieder auf Hochtouren: "Im Mai 2011 ist die Team-WM, wenigstens Platz drei soll es werden", sagt die 52-Jährige. Und lässt die Kugeln in die Vollen krachen, dass man es noch im Schankraum hört. . . ALOIS LEITENBAUER








