Ein Juchaza in Brüssel
Steirisches Bockbier als Mangelware in der EU-Metropole.
Ungewöhnte Klänge in den weiten Hallen des EU-Parlaments in Brüssel wiesen dieser Tage auf die Vorweihnachtszeit hin. So klang bei der Vorführung der Roßecker Volkstanzgruppe aus Bruck so mancher laute Juchaza ans erstaunte Ohr der EU-Beamten. Die Geräusche der Schankanlage der Gösser Brauerei waren da schon dezenter. EU-Abgeordneter Jörg Leichtfried, die rote Nummer 1 in Brüssel, hatte die Idee, im Europaparlament einen zünftigen Bockbieranstich zu machen, konsequent umgesetzt. Dass der Leobener Bürgermeister Matthias Konrad und der Gösser Braumeister Andres Werner "nur" mit 250 Litern original Gösser Bockbier angereist waren, hatte Leichtfried allerdings leicht nervös gemacht. Anton Lang, der designierte Nachfolger Konrads, beruhigte den Parteigenossen: "Nächstes Jahr wird es mehr Bier geben."
Konnte doch die lange Schlange vor der Bierausschank den - natürlich falschen - Eindruck erwecken, Bier sei in der Steiermark ein Mangelprodukt. Das können aufrechte Steirer in der EU-Metropole mit ihrer beachtlichen Bierkultur natürlich nicht verantworten.
Andrang
Eine Delegation des steirischen Landtages und viele in Brüssel tätige Österreicher sorgten für beträchtlichen Andrang. Ein Wermutstropfen muss für Leichtfried allerdings die Tatsache gewesen sein, dass an einem zentraleren Platz im Hause eine Kollegin aus der ÖVP, die Bauernbündlerin Elisabeth Köstinger, ungleich weniger bescheiden die Aufstellung eines Christbaumes zelebrierte. Als den Steirern das Bier langsam auszugehen begann und die Laugenbrezeln vertilgt waren, sorgte ein großes Buffet - beigestellt vom Land Niederösterreich - für Entspannung.







