Klare Formen und ein Schuss Hundertwasser
Annegret Liebminger (21), bildende Künstlerin aus Leoben, stellt derzeit eine Bilderserie im Cafe Segafredo am Leobener Hauptplatz aus.
Knallige, freundliche Farben und harmonisch gerundete Formen fallen bei Annegret Liebmingers Bildern schnell ins Auge. Derzeit stellt die gelernte Bildhauerin eine ihrer Bilderserien im Cafe Segafredo am Leobener Hauptplatz aus. Die inhaltliche Klammer ihrer Ausstellung: Aus Kunst wird Kultur (siehe Infokasten).
Gedeckte Farbgebung ist Liebmingers Sache nicht: "Ich stehe auf kräftige Farben, zarte Pastelltöne liegen mir gar nicht", meint Liebminger. Nach intensiven Exkursen in zahlreiche künstlerische Ausdrucksformen fühlt sich die 21-Jährige zurzeit am ehesten in der Acrylmalerei wohl: "Kunst interessiert mich, seit ich klein war. Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich begonnen, verschiedene Techniken zu erkunden: Von Kreide, Acryl, Aquarell, Bleistift bis hin zu Arbeiten aus Stein oder Gipsabdrücken habe ich alles ausprobiert." In der Ortweinschule, der Kunst-HTL in Graz, habe sie diese Entdeckungsreisen im Rahmen ihrer Fachausbildung fortgesetzt: "Metall, Stein, Holz, Kunststoff - ich habe alle Materialien bearbeitet."
Die plastische Wirkung ihrer Arbeiten sei ihr ein zentrales Anliegen, betont Liebminger: "Die Bildhauerei habe ich aber auf Eis gelegt, weil ich einfach keinen Platz für diese Arbeit habe." Reliefelemente spielen in ihren Bildern allerdings eine tragende Rolle: "Mir ist der Spaß am wichtigsten. Wenn ich einen Gegenstand sehe, der mir gefällt, arbeite ich ihn in meine Bilder ein. Ich male auch nur dann, wenn ich wirklich in Stimmung dafür bin." So entstand etwa ein Bild, in dem zerrissene Jeans den roten Faden bilden. Oder ein Bild, das von Figuren aus Überraschungseiern bevölkert wird. Eine Vorlage für ein Tattoo münzte Liebminger kurzerhand in ein neues Bild um: "Die Vorlage war ursprünglich eine Auftragsarbeit. So etwas nehme ich nur dann an, wenn ich mich damit identifizieren kann und mir die Idee zusagt", betont Liebminger.
Stilsicher
"Amiart" nennt sie ihren Individualstil: "Klare Formen, ein bisschen kitschig." Ein Schuss Hundertwasser, und deutlicher Einfluss ihres ehemaligen Werkstättenleiters Heribert Nothnagel an der Ortweinschule: "Er hat eine sehr offene Art, an Dinge heranzugehen. Er malt jugendlich, in äußerst frischen Farben. Das imponiert mir." Ihre Bilder würden stets zuerst vor ihrem "inneren Auge" entstehen: "Dann mache ich mir eine Skizze. Wenn ich das Bild male, trägt mich der Arbeitsprozess aber meistens woanders hin, als ich vorgehabt habe."
Features
ZUR PERSON
Annegret Liebminger, 21, ist gebürtige Leobenerin.
Sie absolvierte die Ortweinschule in Graz. Und zwar in der Fachrichtung Bildhauerei.
Die Mutter des sechs Wochen alten Sohnes Noah stellt noch bis Sonntag, dem 21. November, eine Bilderserie im Cafe Segafredo in Leoben aus.
Im Netz: www.amiart.at








