Eisenerz: Aus für Hoffnungsprojekt
Seit Mittwoch steht fest, dass die Pelletieranlage am Erzberg bereits Geschichte ist, noch ehe sie umgesetzt werden konnte. Der Grund: viel zu teure CO2-Zertifikate.

Foto © APADie Pelletieranlange wäre ein Hoffnungschimmer für die Region gewesen
Sachlich und gefasst wirkt Christian Treml, neben Josef Pappenreiter einer der beiden Geschäftsführer der Voestalpine Erzberg, und zuständig für die Finanzen "am Berg", wie der Erzberg in Eisenerz genannt wird. Leicht ist es ihm nicht gefallen, der Belegschaft mitzuteilen, dass das Großprojekt "Pelletieranlage" gestorben ist. Und damit auch die Hoffnung auf 120 neue Arbeitsplätze, die das 180 Millionen teure Projekt geschaffen hätte. Zusätzlich zu den 200 bestehenden Arbeitsplätzen am Erzberg. Gescheitert ist die ambitionierte Umsetzung der Pelletieranlage, die bereits startklar war und alle rechtlichen und umwelttechnischen Prüfungen wie die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) bestens hinter sich gebracht hatte, an teuren CO2-Zertifkatskosten.
"Es steht zwar noch nicht fest, wie hoch die Kosten wirklich sind, weil der notwendige Beschluss vonseiten der EU dazu fehlt, aber schon erste Entwürfe lassen die Schere zwischen dem, was bezahlt werden müsste, und dem, was für uns wirtschaftlich ist, enorm auseinanderklaffen. Da ist eine Annäherung nicht möglich", sagt Treml im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.
Aufgrund der chemischen Zusammensetzung des Erzes am Erzberg müssten für 95 Prozent der anfallenden CO2-Emissionen, laut UVP-Bescheid 900.000 Tonnen im Jahr, Verschmutzungsrechte zugekauft werden. "Die Anlage würde sich nur rechnen, wenn wir für weniger als zehn Prozent der Emissionen zahlen müssten", sagt er.
Die klimapolitischen Rahmenbedingungen, die derzeit von der EU geschnürt werden, bezeichnet Treml als "Sargnagel für die Industrie". Es sei eine schleichende Abwanderung von Branchen zu beobachten. "Wir sind auf dem Weg zu einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft. Das ist nichts Schlechtes, aber es braucht auch eine gesunde Industrie, die es bald nicht mehr geben wird." Gleichzeitig lobt Treml die Bemühungen der Politik, die sich in den vergangenen Monaten in Sachen Pelletierung "sehr ins Zeug gelegt" habe.
Enttäuschte Reaktionen
Landeshauptmann Franz Voves bedauert die Entscheidung des VA Erzberg-Managements bezüglich "dieser großen Chance für die Region um den Erzberg. Nun gilt es, mit anderen Projekten eine positive Entwicklung für die Region zu unterstützen." Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann ist auch nicht glücklich über das Ende: "Das Projekt wäre ein wichtiger Jobmotor für die Region gewesen. Nun muss der Erzabbau sichergestellt werden."
"Sehr traurig" ist Bürgermeisterin Christine Holzweber über die Einstellung des Projektes: "Es ist für uns schlimm, dass 120 Arbeitsplätze nicht geschaffen werden. Wenigstens werden die 18 Mitarbeiter, die erst eingestellt wurden, am Berg bleiben und auch die anderen 200 Arbeitsplätze sind gesichert." Und sie hält der VA Erzberg zugute, dass "nie ein Hehl daraus gemacht wurde, dass die CO2-Zertifikate ausschlaggebend für eine Umsetzung des Projektes seien".
Geschäftsführer Treml lässt dennoch keine Endzeitstimmung aufkommen, denn der Abbaubetrieb am Erzberg gehe normal weiter. "Wir investieren in moderne Maschinen und haben auch mit der Voest einen Kunden, der uns Erzabnahmen weiter garantiert. Auch das Schaubergwerk soll neben dem aktiven Bergbau ausgebaut werden", erläutert er.
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Kommentar
So sahen die Pläne aus
Die geplante Anlage zur Herstellung hochwertiger Eisenpellets mit einem Eisengehalt von 55 Prozent, die direkt dem Hochofen zugeführt werden können.
Betreiber: VA Erzberg
Mitarbeiter nach Vollausbau:
zwischen 150 und 180Kosten: 180 Millionen Euro








