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Zuletzt aktualisiert: 20.07.2010 um 20:17 UhrKommentare

Mülltrennung: Kinder als aufmerksame "Lehrer" ihrer Eltern

Alfred Krenn ist seit 20 Jahren Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsverbandes Leoben. Für sein ambitioniertes Ziel einer noch effizienteren Mülltrennung setzt er auf Früherziehung.

Mit dem ersten Abfallwirtschaftsplan definierte Alfred Krenn, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsverbandes Leoben, im Jahr 1990 "erste, grobe Spielregeln" für eine strukturierte Müllentsorgung. "Wenn ich mir die Richtlinien heute anschaue, wundere ich mich selbst über den enormen Fortschritt der vergangenen 20 Jahre", meint Krenn. Im Laufe der Zeit seien die Strukturen laufend verfeinert worden.

Vom gesamten Abfallaufkommen seien es 1991 noch 62 Prozent Restmüll gewesen. Der Jahresbericht 2009 des Abfallwirtschaftsverbandes Leoben weist 27 Prozent Restmüll aus. "Man kann sagen, dass zwei Drittel des gesamten Abfalls getrennt gesammelt und separat verwertet werden. Das verbleibende Drittel Restmüll wird einer mechanisch-biologischen beziehungsweise thermischen Verwertung zugeführt. So bleibt nur mehr ein Drittel des Restmülls, der noch auf Deponien gelagert wird", erklärt Krenn. Früher seien es etwa 90 Prozent des gesamten Mülls gewesen, der direkt auf Deponien gelandet ist. "Heute sind es nur mehr zehn Prozent. Und dieser Anteil ist überdies reaktionsarm und verändert sich nicht mehr. Es entstehen also zum Beispiel keine Gase mehr."

Weiter drücken

Dass man es in der Abfallverwertung und Entsorgung einmal so weit bringen werde, habe ihm vor 20 Jahren noch kaum jemand geglaubt, so Krenn. Insgesamt sei jedoch die Müllmenge gestiegen. "Mit ein bisschen gutem Willen aller können wir es schaffen, den Restmüllanteil weiter auf 15 bis 20 Prozent zu drücken." Restmüllentsorgung sei ein hoher Kostenfaktor: "Eine Tonne Restmüll zu verwerten und zu entsorgen kostet uns momentan 178 Euro." Wenn es in den kommenden drei Jahren gelinge, in Kindergärten und Schulen flächendeckend eine frühzeitige Bewusstseinsbildung für die Wichtigkeit von Mülltrennung aufzubauen, sei das Ziel durchaus realistisch, den Restmüllanteil auf mindestens unter 20 Prozent zu senken.

"Wir sind in den vergangenen Jahren draufgekommen, dass die Erziehung zur Mülltrennung weniger von den Eltern zum Kind funktioniert, sondern eher in die entgegengesetzte Richtung", betont Krenn. Wenn das Kind von der Schule nach Hause komme, wenn es von Mülltrennung gehört habe, komme es sehr häufig vor, dass es die Eltern auf korrekte Mülltrennung hinweise: "Früher haben wir Bürgerversammlungen gemacht, wo wir den Leuten demonstriert haben, wie man richtig trennt. Das Problem dabei: Die, die gekommen sind, haben schon Bescheid gewusst. Und die, die die Predigt gebraucht hätten, sind daheimgeblieben." Ein Pilotprojekt für Früherziehung in Kindergärten und Schulen in Leoben habe positive Reaktionen gebracht: "Wir wollen ab Herbst damit verstärkt beginnen, es gibt dafür einen eigenen Kurs für Kindergartenpädagoginnen und Lehrer, der sowohl auf Pädagogik als auch auf Kenntnisse über Abfallwirtschaft abstellt."

ANDREAS SCHÖBERL

Kommentar

ANDREAS SCHÖBERLGute Basis von ANDREAS SCHÖBERL

ABFALLWIRTSCHAFTSVERBAND LEOBEN

Vor 20 Jahren wurde im Bezirk Leoben das erste Mal ein Abfallwirtschaftsplan erstellt.

Diesen Plan erstellte schon damals Alfred Krenn, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsverbandes Leoben.

Bis auf die beiden Gemeinden Radmer und Hieflau, die dem Abfallwirtschaftsverband Liezen angehören, sind alle 17 weiteren Gemeinden Mitglieder des Abfallwirtschaftsverbandes Leoben.

In allen Gemeinden gibt es Abfallwirtschaftszentren, das größte ist in der Montanstadt.

Das AWZ Leoben ist von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 17 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

www.abfallwirtschaft.steiermark.at/leoben

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