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Zuletzt aktualisiert: 06.07.2010 um 12:03 UhrKommentare

Schlafstörungen: Eine Nacht im Schlaflabor bringt Klärung

Einschlaf- und vor allem Durchschlafstörungen des Kindes sind für viele Eltern ein Problem. Bis zu 30 Prozent der Kinder sind betroffen. Seit Dienstag gibt es neues Labor in Leoben.

Neues Schlaflabor in Leoben soll Abhilfe schaffen

Foto © Fotolia.de/LunaNeues Schlaflabor in Leoben soll Abhilfe schaffen

Vor allem wenn das Kind über einen längeren Zeitraum in der Nacht immer wieder aufwacht, am Morgen über Kopfschmerzen klagt oder nächtliche Atemstörungen auftreten, sollten Eltern hellhörig werden. An österreichischen Kliniken existieren mehrere Messplätze für Schlaflaboruntersuchungen für Kinder. Am Dienstag wurde am LKH Leoben ein entsprechend neu adaptiertes Schlaflabor präsentiert.

Kinderärzte und praktische Ärzte werden häufig mit der elterlichen Sorge "Mein Kind kann nicht schlafen" konfrontiert. "Je nach Studien leiden zehn bis 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen an Schlafstörungen", so der Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendliche am LKH Leoben, Reinhold Kerbl. Die Objektivierung inwieweit eine tatsächliche "Schlafstörung" vorliegt oder nur ein sich vom Erwachsenenalter unterscheidendes altersgemäßes Schlafmuster, erfordert eine exakte Erhebung des Schlafverhaltens, schildert der Pädiater und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung.

Die meisten Schlafprobleme sein nicht organisch bedingte und "vorübergehende" Probleme, so Kerbl. Hier spiele die Einhaltung der "Schlafhygiene" (konstante Zubettgeh-Zeiten, Tagesabschluss-Rituale, kein Fernsehen direkt vor dem Schlafengehen, Raumtemperatur von etwa 18 Grad) eine wichtige Rolle. "Bei den meisten nicht organischen kindlichen Schlafstörungen kann bei entsprechender Therapie in relativ kurzer Zeit ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis erreicht werden", so Oberarzt Hans-Peter Preglej.

Eine Schlaflaboruntersuchung sei vor allem zu empfehlen, wenn Verdacht auf eine organische Schlafstörung besteht. Sie kann die Lebensqualität des Kindes massiv beeinträchtigen, vor allem aber zahlreiche Folgeerkrankungen mit sich ziehen. Gründe für eine entsprechende Untersuchung seien z.B. ausgeprägtes Schnarchen mit Verdacht auf Behinderung im Bereich der Atemwege, der Verdacht auf Krampfanfälle oder abnorme Extremitätenbewegungen.Die Untersuchung im Schlaflabor geht mit einem stationären Aufenthalt von einer Nacht - mit Begleitperson - einher. Sie ist schmerzlos. "Es ist allerdings etwas Geduld erforderlich, bis alle Sensoren angebracht sind", so Oberärztin Maja Raissakis.

Neues Labor in Leoben

Am Montag wurde das völlig neu adaptierte Labor präsentiert, das nun neben einer vollwertigen Hirnstrommessung, eine Aufzeichnung der Augenbewegungen, eine Elektromyografie, die die Muskelbewegungen misst, sowie eine Messung der Atembewegungen, der Pulsfrequenz und des Sauerstoffgehaltes im Blut und des Luftstroms durch die Nase ermöglicht. Durch Infrarottechnik besteht die Möglichkeit einer Videoaufnahme auch bei Dunkelheit. Zuweisungen erfolgen nicht nur aus der Obersteiermark (am Grazer Klinikum ist ein weiteres Schlaflabor untergebracht), sondern auch aus anderen Bundesländern, hieß es.


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