Schulprojekt beleuchtet Jungsein in Europa
Das Comeniusprojekt, an dem die Leobener Europa-Hauptschule teilgenommen hat, ist nun mit großem Erfolg abgeschlossen.

Foto © PrivatEine Arbeitsgruppe in den Buchten vor Fredrikstad in Norwegen
To Be Young In Europe" war der Titel eines EU-Projekts, an dem die Europa-Haupt- schule Leoben mit zwei Partnerschulen in Dänemark und Norwegen über zwei Jahre gearbeitet hat. Im ersten Jahr ging es um Schulsystemvergleiche dieser drei Länder und im zweiten Jahr wurde das Freizeitverhalten der europäischen Jugendlichen in Österreich, Dänemark und Norwegen näher unter die Lupe genommen (wir berichteten bereits).
Und zwar in Form eines Fragebogens, der von insgesamt 172 Schülerinnen und Schülern aus Leoben, Aalborg und Fredrikstad ausgefüllt wurde. "Der Auswertung wurde mit Spannung entgegen gesehen. Es wurde gezählt, gereiht und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskutiert", erklären Christa Sagorschek und Rudolf Wegscheider, Lehrer an der Europa-Hauptschule, die in das Projekt eingebunden waren.
Manche Ergebnisse haben überrascht, manche ergaben sich aus der geografischen Lage, dem Schulsystem oder dem Altersunterschied. "Während die meisten Schüler aus Dänemark und Norwegen zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad zur Schule fahren, nehmen die meisten Leobener den Bus, auch für kurze Strecken", erklärt Wegscheider.
Fernsehen steht bei österreichischen und dänischen Schülern hoch im Kurs. So sehen in Leoben 26 Prozent der Schüler mehr als fünf Stunden pro Woche TV, in Dänemark sind es sogar 58 Prozent, während nur fünf Prozent der norwegischen Jugendlichen länger als fünf Stunden pro Woche vor dem Fernseher sitzen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Computerspielen.
Auch die Themen Alkohol und Zigarettenkonsum standen zur Diskussion. Das Ergebnis: Fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler haben bereits Alkohol getrunken. In Dänemark sind es sogar 90 Prozent. Auch beim Rauchen verhält es sich nicht viel anders. Eine hohe Anzahl der Jugendlichen hat in allen Ländern bereits geraucht.
Freunde
Eine Gemeinsamkeit wurde in allen drei Ländern deutlich: Freunde haben einen sehr hohen Stellenwert und 90 bis 100 Prozent aller Schüler nützen die modernen Kommunikationsmöglichkeiten. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Schlussveranstaltung in Fredrikstad mit Leobener Beteiligung präsentiert und diskutiert.
Wegscheider spricht von äußerst positiven Erfahrungen für Schüler und Lehrer, die durch dieses Comeniusprojekt möglich geworden sind: "Wir konnten dabei über den Tellerrand hinausschauen und auch davon profitieren, weil wir über einen längeren Zeitraum hinter die Fassaden schauen konnten." Es gebe überall die gleichen Probleme, allerdings gehe jedes Land ein wenig anders damit um. Sowohl in Dänemark und Norwegen gibt es ein gemeinsames Schulsystem für alle Pflichtschüler bis zum 16. Lebensjahr, und wie Wegscheider betont, sei ihm aufgefallen, dass die Kinder im Verhalten untereinander wesentlich ausgeglichener agieren. "Außerdem sind Freundschaften und Kontakte entstanden, die weiter gepflegt werden", so Wegscheider.







