Lernen vom Rotkreuz-System des anderen
Gestern besuchten Mitglieder des bulgarischen Roten Kreuzes das Rettungszentrum und das LKH Leoben. Gegenbesuch erfolgt im September.

Foto © PrivatGestern besuchten vier Damen des bulgarischen Roten Kreuzes die Rot Kreuz-Bezirksstelle Leoben
Die Stärken und Vorteile des jeweils anderen Systems kennenzulernen - das ist die Triebfeder eines Austauschprogramms zwischen dem steirischen Roten Kreuz und der bulgarischen Rotkreuz-Organisation. Gestern besuchten weibliche Mitglieder des bulgarischen Roten Kreuzes das Rettungszentrum in Leoben.
"Wir haben die vier Damen in der vergangenen Woche in Graz begrüßt. Sie sind drei Wochen lang in der Steiermark unterwegs, um sich einige unserer Einrichtungen anzusehen", erklärt Andrea Leodolter, Vizepräsidentin des Landesverbandes Steiermark des Roten Kreuzes. Das Rote Kreuz in Bulgarien sei besonders gut im Bereich Gesundheits- und Soziale Dienste aufgestellt: "Dafür kennen sie das Rettungswesen nicht, so wie es bei uns organisiert ist." Der gestrige Besuch in Leoben war freilich kein Zufall: "Wir haben ein modernes Rettungszentrum. Außerdem haben wir mit unseren Gästen das LKH Leoben angeschaut, wo wir die neu aufgebauten Besuchs- und Begleitdienste in der chirurgischen und urologischen Abteilung präsentiert haben", so Leodolter. Es gehe um eine wechselseitige Erweiterung des Horizonts: "Und zwar nicht nur auf persönlicher Ebene. Es ist wichtig zu sehen, wie die Abläufe woanders organisiert sind, jeder kann etwas dazulernen und sich überlegen, was er an Positivem übernehmen und in die eigene Organisation einbauen kann."
Lebenslanges Lernen
Die Kontakte zum bulgarischen Roten Kreuz bestehen bereits seit längerer Zeit: "Das jetzige Austauschprojekt basiert auf dem Grundtvig-Programm der EU, das auf lebenslanges und interkulturelles Lernen abzielt. Es richtet sich an Teilnehmer, die 50 Jahre oder älter sind", führt Karin Ploder vom Landesverband Steiermark aus, die die organisatorischen Fäden zieht. Eine der bulgarischen Teilnehmerinnen sei knapp 80 Jahre alt und nach wie vor aktiv in die Freiwilligenarbeit eingebunden: "Die Bulgaren haben in der Freiwilligenarbeit sehr große Erfahrungswerte", meint Ploder.
Der Gegenbesuch von steirischen Rot Kreuz-Vertretern solle im Herbst erfolgen: "Wir haben schon ein Team zusammengestellt, das Mitte September nach Bulgarien fahren und sich Einrichtungen dort ansehen wird", stellt Leodolter in Aussicht.








