Im Schatten der Griechenland-Krise
Als Urlaubsland ist Griechenland beliebt wie eh und je. Die Stimmung der Steirer gegenüber der Krise ist gemischt. Ein Lagebericht.

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Zwischen Suflaki-Spießchen und Oliven lässt sich die Sonne im Gastgarten genießen. Das Debakel Griechenlands ist es nicht, was vielen Besuchern des griechischen Restaurants Dionysos in Graz im Magen liegt. "Es wird ein schon ein bisserl ein Wirbel gemacht", sagt etwa der Student Walter Lukesch, bevor er seinen "Kos-Teller" serviert bekommt. Ihn beeindruckt die Krisen-Stimmung nicht.
Inflation
Einen Tisch weiter, nimmt Sigrid Mauerlechner, die Sache nicht ganz so leicht. "Nachdenken darf man nicht", sagt sie und tut es doch. "Erst die Banken und jetzt Griechenland - mein Vertrauen in Politik und Wirtschaft schwindet", gesteht sie. "Das EU-Hilfspaket ist schon enorm hoch, aber die Alternative wäre wohl eine Inflation," meint sie schulterzuckend. Resümee: "Ich kann eh nichts tun." "Warum soll Österreich jetzt zahlen?", ärgern sich wiederum Christian Kreiner und Markus Koller, die an einer Baustelle in der Innenstadt arbeiten. "Mir tun die Griechen leid, die Leute können ja nichts dafür!", findet wiederum Petra Brenner.
Viele Emotionen sind naturgemäß auch bei Konstantinos Papanastasiou, Geschäftsführer des Dionysos, im Spiel. "Meine Familie in Griechenland spürt die Auswirkungen. Die Milch kostet jetzt 1,30 Euro, das Geld wird knapp", erzählt er. Sorgen macht er sich aber noch nicht - sagt er: "Es geht nicht um die Krise Griechenlands, sondern die Krise der EU, auch andere sind betroffen." So manchen Schmäh muss er sich schon anhören, erzählt Kellern Georgios Georgiadis, ebenfalls Grieche. "Wir müssen uns jetzt reinhängen, sagen die Leute", kommentiert er trocken. Von einem Debakel will er aber nichts hören. "Im Sommer sitzen dann wieder alle zufrieden bei uns am Strand." Damit könnte er recht behalten, denn bei den Urlaubern steht Griechenland hoch im Kurs wie eh und je.
"Erst vor fünf Minuten ist wieder eine Griechenland-Anfrage gekommen", erzählt Edmund Lebenbauer vom Reisebüro Kuoni in Leoben. "Im Moment spüren wir nichts von einem Rückgang bei den Buchungen", bilanziert auch Alfred Dunkl, Sprecher der Reiseveranstalter in der steirischen Wirtschaftskammer. So werden die Urlaube ohnehin großteils noch vor März gebucht. Was Dunkl allerdings verzeichnet, sind nun vermehrt günstige Angebote: " Die Griechenlandurlaube kommen jetzt bis zu 15 Prozent günstiger als sonst."







