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Zuletzt aktualisiert: 24.04.2010 um 23:32 UhrKommentare

Prävention mit einem Hauch von Streetwork

Nicole Peikler und Stefan Lankmair von der Kriminalpolizei Leoben bieten an Schulen Vorträge und Workshops zu Sucht- und Gewaltprävention an.

Was wir machen, ist eigentlich Bewusstseinsbildung. Wir versuchen, die Schüler mit unserer Präventionsarbeit so früh wie möglich zu erreichen, weil wir wissen, dass das tägliche Leben von Jugendlichen nicht leichter wird und es sehr schnell geht, dass jemand vom Weg abkommt", meinen Nicole Peikler und Stefan Lankmair vom Operativen Kriminaldienst des Stadtpolizeikommandos Leoben. Und die beiden wissen ganz genau, wovon sie sprechen: Sie sind seit Jahren in der Suchtgiftermittlung und Tatortarbeit eingesetzt.

Die Präventionsarbeit sei nur einer von vielen Aspekten ihrer Arbeit: Seit September 2009 besuchen Peikler und Lankmair auf Wunsch Schulen in der Stadt Leoben, um Vorträge und Workshops zu den Themen Sucht- und Gewaltprävention abzuhalten. "In dieser Zeit haben wir insgesamt 3000 Leute erreicht, eigene Aktionstage in der Stadt eingerechnet, bei der wir Leute informiert haben", erzählt Peikler.

Die Vorträge vor den Schülern dienen dabei auch als eine Art "Eisbrecher" für eine weitere Kontaktaufnahme mit der Polizei: Das führen Peikler und Lankmair darauf zurück, dass sie ihre Vorträge nicht nur frontal gestalten, sondern auch in eine offene Diskussion mit den Jugendlichen treten: "Viele rufen später immer wieder einmal bei uns an, wenn sie eine Frage haben oder ein Problem auftaucht. Sie merken, die Polizisten sind nicht nur die Bösen", so Lankmair. Dass von Jugendlichen alles in Frage gestellt werde, sei früher nicht so gewesen: "Oft fehlt der Respekt total. Das kommt in den meisten Fällen von den Eltern, die den Kindern das so vorleben."

Halbwissen

Die Fragenpalette sei umfangreich: "Jugendliche beziehen aus dem Internet oft gefährliches Halbwissen und sind sich über strafrechtliche Konsequenzen nicht bewusst." So halte sich etwa hartnäckig das Gerücht, dass es bei Marihuana gewisse Freimengen gebe. Dass die Sperre des Führerscheins, des Reisepasses sowie ein Eintrag ins Strafregister droht, sei oft nicht geläufig.

"Viele glauben, dass ihnen vor der Volljährigkeit nichts passieren kann und wissen nicht, dass sie ab 14 Jahren strafmündig sind." Eine der häufigsten Fragen: "Wie lange darf ich am Abend fortgehen? Und was passiert mir, wenn mich die Polizei zu spät in einem Lokal erwischt?" Ein weiteres Thema: Mobbing. "Das kommt an unseren Schulen häufig vor - zum Beispiel, dass sich Schüler sammeln, jemanden abpassen und gemeinsam verprügeln." Auch Drohungen gegen Mitschüler und Lehrer auf Facebook seien nicht selten: "Natürlich ist das ebenfalls strafbar, was die wenigsten bedenken. Oder jemand leert sein Cola mutwillig über Schulsachen."

Die Präventionsarbeit habe einen Touch von Streetwork: "Wir stellen Kontakt zu anderen Behörden her, wenn notwendig. Und wir geben Antworten auf brennende Fragen, die manche Jugendliche von ihren Eltern nicht bekommen", meint Peikler. Generell sei wichtig, dass Eltern mit ihren Kinder ständig im Gespräch bleiben: "Aber viele Eltern kommen zu uns fragen, wie sie dies und jenes in der Erziehung handhaben sollen. Meistens kommen zu den Elternabenden aber sowieso nur die, wo mit den Kindern alles in Ordnung ist." Die Reaktionen von Eltern seien völlig unterschiedlich - das gehe bis zu kompletter Ignoranz, wenn das Kind auf die schiefe Bahn geraten ist.

ANDREAS SCHÖBERL

SUCHT- UND GEWALTPRÄVENTION DER POLIZEI

Im Rahmen der Aktion "Leben sucht Sinn" der Stadtgemeinde und der Plattform Gesundes Leoben bietet die Leobener Kriminalpolizei Sucht- und Gewaltprävention für Leobener Schulen an.

In zehn verschiedenen Modulen werden Vorträge und Workshops für Schüler, aber auch Exkursionen, Elternabende und Lehrerfortbildungen angeboten.

Thematisiert werden unter anderem das Jugendschutzgesetz, das Suchtmittelgesetz, der Umgang mit Alkohol, aber auch Gewaltphänomene und Mobbing.

Die Module sind in unterschiedlicher Kombination buchbar, obwohl sie als Reihe konzipiert sind.

Infos und Terminvereinbarungen an nicole.peikler@polizei.gv.at oder Tel. (059 133) 6390-324.

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