Islamisches Gebetshaus: Meinungen sind geteilt
Der geplante Neubau eines islamischen Gebetshauses in Leoben-Donawitz ruft in der politischen Landschaft gemischte Reaktionen hervor.

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Der Islamische Verein des Friedens und der Barmherzigkeit plant den Neubau eines Gebetshauses in der Johann Sackl-Gasse in Donawitz. Das Grundstück hat der Verein schon im Oktober des Vorjahres erworben (wir berichteten).
Nun meldete sich Gerd Krusche, FP-Bezirksparteiobmann, kritisch zu Wort: "Zwar ist an einem Gebetshaus nichts Verwerfliches zu finden, das wahre Problem sind aber die sich darin bildenden Parallelgesellschaften, die einen Integrationsprozess erschweren", befürchtet Krusche. Die Freiheitlichen hätten andere Vorstellungen zur Sanierung und Attraktivierung des Stadtteils Donawitz für die einheimische Bevölkerung als die Errichtung eines islamischen Zentrums: "Es ist uns klar, dass ein solcher Bau, sofern er den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, nicht verhindert werden kann. Wir werden aber sehr genau auf deren Einhaltung und allfällige Einwände der Bevölkerung hören", betont Krusche. Denn durch die Errichtung des Gebetshauses sei etwa auch mit einem vermehrten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Walter Reiter von der Parteiunabhängigen Bürgerliste Walter Reiter ortet in der Donawitzer Bevölkerung eine breite Ablehnung eines Gebetshaus-Neubaus.
Kein Minarett
Bürgermeister Matthias Konrad meint: "Wie ich aus der Zeitung erfahren habe, soll es sich lediglich um einen Neubau eines Gebäudes handeln. Was ich mir aber nicht vorstellen kann, ist der Bau eines Minaretts - dieses ist allerdings laut Zeitung ohnedies nicht geplant." Tatsache sei, dass es bis jetzt keine Einreichung von Bauplänen bei der Stadtgemeinde gegeben habe. Konrad weiter: "Seit 15 Jahren gibt es bereits einen Gebetsraum in Leoben-Donawitz. Und es hat damit auch noch nie ein Problem gegeben. Nur weil jetzt Wahlkampf ist, wird das Thema auf unseriöse Weise behandelt." Sollte es zu einer Einreichung von Bauplänen kommen, würden diese - wie alle anderen Einreichungen auch - von der Stadtverwaltung nach den geltenden Gesetzesbestimmungen geprüft und behandelt. "Ich verweise auf das friedliche Miteinander von 54 Nationen, die an der Montanuni in Leoben studieren und bei uns wohnen. Da hat es noch nie Probleme gegeben."








