Eine harte, aber faire Diskussion
Im Kampf um die Mandate im Leobener Gemeinderat zählt jede Stimme - die acht Top-Kandidaten stellten sich am Montag dem Wahlvolk.

Foto © SchöberlDie acht Leobener Kanditaten
Montagabend lud die Kleine Zeitung die acht Spitzenkandidaten für die Leobener Gemeinderatswahlen zu einer Podiumsdiskussion im Dominikanerhof des Einkaufszentrums LCS. Etwa 300 Interessierte waren gekommen, um sich persönlich einen Eindruck von Matthias Konrad (SPÖ), Eva Maria Lipp (ÖVP), Gerd Krusche (FPÖ), Werner Murgg (KPÖ), Helga Hinger (Die Grünen), Gerda Streitmaier (BZÖ), Karl Mlinar (Liste Menschlich aktiv für Leoben) und Walter Reiter (Bürgerliste Walter Reiter) zu machen.
Die politischen Vertreter am Podium schenkten sich in der Sache zwar nichts, insgesamt blieb die Diskussion immer auf fairem Boden. Nicht zuletzt dafür verantwortlich: Die beiden Kleine-Redakteurinnen Claudia Gigler und Andrea Seebacher, die die Diskussion souverän leiteten.
Schon beim Thema Arbeitsplätze schieden sich die Geister: Mlinar ortet eine "gewisse Aufbruchsstimmung". Reiter plädierte dafür, dass Verfahren im Falle von Betriebsansiedlungen beschleunigt werden sollten. Die Möglichkeiten, die durch den Mix aus Industrie und Forschung in Leoben entstehen würden, will Krusche weiter forcieren: "Darin liegen große Chancen." Es müsste aber endlich auch eine Neuregelung für die Wirtschafts- und Förderrichtlinien geben: "Es gibt bisher überhaupt keine Differenzierung – egal, ob es sich um ein Wettcafe oder einen Hightech-Betrieb handelt." Murgg meinte, man müsse zwar weiter kräftig investieren, betonte aber auch, dass er die Gefahr sehe, dass die Stadtgemeinde Leoben zwar in das LCS investiert hat, aber später von Jean-Erich Treu "ausgekauft" werde und nichts von den Gewinnen habe. Konrad meinte: "Mit dem LCS haben wir 400 Menschen Arbeit gegeben. Das wird oft verniedlicht. Wir haben zehn Millionen Euro ins LCS investiert, wir hoffen, dass das vervielfacht wird. Jean-Erich Treu muss sich anstrengen." In den vergangenen Jahren habe es um ein Drittel mehr Betriebsansiedlungen gegeben als zuvor.
Weitere Themen
Die leer stehenden Geschäfte in der Innenstadt sind allen quer durch die Bank ein Dorn im Auge. Auch die Beschwerden der Anrainer, was die Biogasanlage in Lerchenfeld betrifft: "Bis Juni muss man noch mit Störfällen rechnen. Dann ist alles im Röhrl", versprach Konrad. Man müsse Innovation eine Chance geben. Er möchte in den kommenden Jahren das Projekt Stadtwärme auch auf die einzelnen Stadtteile ausweiten. Reiter wünscht sich mehr kleine, aber feine Veranstaltungen in den Stadtteilen: "Damit die Menschen das Gefühl haben, sie sind ein Teil der Leobener Gesellschaft." Lipp möchte den Fokus verstärkt auf Lerchenfeld legen. Stichwort Lerncafe und Infrastruktur. Sozialer Wohnbau ist Murgg ein Anliegen. Sowie eine möglichst rasche Sanierung der desolaten Kerpelystraße. Krusche möchte verstärkt im Stadtteil Donawitz Initiativen setzen, Mlinar möchte sich für eine Verbesserung der Luftqualität in Göss einsetzen. Hinger will in allen Stadtteilen aktiv werden und Streitmaier plädiert für eine neue Ansprechstelle in Leoben-Hinterberg, in der zum Beispiel Dienstleistungen für die Bevölkerung vermittelt werden können.
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Politiker im Wortlaut
Bürgermeister Matthias Konrad hat sehr viel bewegt und sehr viel weiter gebracht in der Stadt. Aber mir scheint, er hat auf die kleinen Leute vergessen. Walter Reiter, Parteiunabhängige Bürgerliste Walter Reiter
Wir müssen mit der Politik die Herzen der Menschen erreichen. Oft sind es die kleinen Dinge, die glücklich machen. Karl Mlinar, Bürgerliste Menschlich aktiv für Leoben
In Leoben gibt es zum Glück einen Mix aus verschiedenen Bereichen. Etwa die Industrie und die Montanuniversität. Wir müssen unsere Stärken stärken. Gerd Krusche, FPÖ
Immer mehr Menschen haben immer weniger Geld. Beim Shoppen geht es aber darum, dass einer Waren feilbietet und ein anderer sie kauft. Werner Murgg, KPÖ
Das Einkaufszentrum LCS in Leoben ist ein Vorzeigeprojekt. Warum aber überdachen wir nicht die Timmersdorfergasse? Eva Maria Lipp, ÖVP
Wer nicht vom Weg abkommt, der bleibt auf der Strecke. Wir sind neue Wege gegangen und sind mit vielen Projekten hohes Risiko eingegangen – mit Erfolg. Matthias Konrad, SPÖ
Ich brauche persönlich keine acht Tage in der Woche zum Einkaufen. Helga Hinger, Die Grünen
Wenn man Hilfe anbietet, dann am richtigen Fleck. Gerda Streitmaier, BZÖ









