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Zuletzt aktualisiert: 04.12.2009 um 20:11 UhrKommentare

"Verschieden sein können, ohne Angst"

Die Integrationsplattform Steiermark lud in Leoben zu einer Regionaltagung für die Obersteiermark. Wege für ein solidarisches Miteinander sollen erarbeitet werden.

Foto © Marija Kanizaj/Sujet

Genau zur Halbzeit auf dem Weg zur Definition eines Integrationsleitbildes ging in der Museums Lounge Leoben die Regionaltagung der Integrationspartnerschaft Steiermark in Szene. "Die Leiter der fünf einzelnen Arbeitsgruppen präsentierten ihre bisherigen Ergebnisse, die auch in einem Zwischenbericht dokumentiert sind", erklärt Robert Reithofer, Geschäftsführer des Grazer Vereins Isop und stellvertretender Vorsitzender der Integrationsplattform Steiermark - einem beratenden Gremium der steirischen Landesregierung, das seit 2008 existiert.

"Die Steiermark ist ein Zuwanderungsland. Egal, ob es einem passt oder nicht, das ist ein Faktum. Es fehlen die klare politische Positionierung des Landes Steiermark und trotz zahlreicher Einzelinitiativen die Linie bei der Setzung von Maßnahmen", so Reithofer. Seit einigen Monaten haben sich die Mitglieder der Integrationspartnerschaft daran gemacht, dieses Manko zu beheben. "Die Zusammensetzung der Mitglieder ist heterogen und weit gestreut, das war uns wichtig", betont Reithofer. Die konkrete Umsetzung von Maßnahmen sowie die Klärung, welcher Verantwortungsträger welche Aufgaben übernimmt, sei neben der Schärfung des Leitbildes zentral. Eine übergeordnete Stelle am Land, bei der die Fäden zusammenlaufen, soll etabliert werden.

Flächendeckend

"Die Hälfte der Migranten lebt in Graz, die zweite Hälfte ist auf die gesamte Steiermark verteilt. Es lässt sich schon gut begründen, warum es in Graz viele Initiativen gibt. Aber uns ist wichtig, dass wir flächendeckende Angebote machen. Es gibt Regionen, da gibt es nicht einmal Deutschkurse. Manche Städte haben Integrationsbeauftragte, aber viele nicht." Das müsse sich jedenfalls ändern: "Es wird immer mehr Menschen bewusst, dass Integration keine Aufgabe am Rande ist. Im Gegenteil. Es wird neben der Bildung die wichtigste Herausforderung der Zukunft."

Strukturelle Barrieren für Migranten sollen minimiert werden, ein Augenmerk liegt auf Antidiskriminierung: "Wir wollen eine solidarische Gesellschaft, die niemanden ausspart. Dafür ist eine interkulturelle Öffnung nötig", so Reithofer. Es gehe nicht darum, vorhandene Probleme wegzuleugnen: "Sie müssen auf den Tisch, aber sollen sachlich diskutiert werden, ohne Menschen gegeneinander aufzubringen. Die Menschen sollen ohne Angst verschieden sein können."

ANDREAS SCHÖBERL

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