Keine Insel der Seligen
Am Mittwoch war der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Im Frauenschutzzentrum Kapfenberg suchen auch Frauen aus der Region Schutz.

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Stumme Zeuginnen. Die signalroten hölzernen Frauenfiguren der Ausstellung "Silent whitnesses" im Kapfenberger ece erinnern an Frauen, die von ihren gewalttätigen Männern ermordet wurden. Die Holzfiguren, gefertigt von der Kunstklasse des vierten Jahrganges des Kapfenberger Gymnasiums, stehen für tragische Schicksale: Vier Kinder hinterließ eine Frau, die von ihrem Ex-Mann erstochen wurde, zweieinhalb Jahre nach der Scheidung. Eine Tochter war während der Tat im Nebenzimmer. Die Frau war erst knapp über 30 Jahre alt.
"3220 Frauen und ihre Kinder mussten im Vorjahr in Österreich in ein Frauenhaus fliehen, sagt Hilde Scheikl, die Geschäftsführerin des Kapfenberger Frauenschutzzentrums, das übrigens das einzige in der Obersteiermark ist. Auch aus dem Bezirk Leoben suchen immer wieder Frauen und ihre Kinder Schutz vor gewaltätigen Partnern und Vätern. Wer glaubt, Gewalt an Frauen ist ein Problem der Großstädte, der irrt. "Es passiert auch bei uns", bestätigen Expertinnen.
Schwer
Und die Frauen der Region haben es noch schwerer, aus der Gewaltspirale auszubrechen. Aufgrund der geografischen Situation sind Hilfseinrichtungen oft schwerer erreichbar, Jobs sind rarer und deshalb ist es auch mit der finanziellen Unabhängigkeit schlecht bestellt. Wenn eine Frau aufgrund ihrer Situation die Konsequenzen zieht, weiß es bald das ganze Dorf, was in der Familie los ist. Die Folge: Die Frauen schämen sich und schweigen eher.
"Deshalb ist es wichtig, dass man für das Thema immer wieder sensibilisiert", ist der Rat. 40 Prozent der Frauen, die ins Frauenhaus kommen, sind Zuwanderinnen. Die Zwangsehe gibt es auch in der Region. Bei diesen Frauen kommt dazu, dass ihre Familientraditionen besonders stark sind, und viele durch den Druck der Familie zum Mann zurückkehren.








