"Nick Knatterton der Leobener Baugeschichte"
Alfred Joham, Leiter des Referats für Raumplanung und Stadtvermessung der Stadt Leoben, präsentiert Buch über die Stadtentwicklung.

Foto © Andreas SchöberlAlfred Joham
Leoben - Bauentwicklung und Stadtbefestigung" ist der Titel eines wissenschaftlichen, 251 Seiten dicken, reichlich bebilderten Sachbuchs, das ab dem 30. November im Buchhandel erhältlich ist. Alfred Joham, Leiter des Referats für Raumplanung und Stadtvermessung in der Stadtgemeinde Leoben, hat das umfangreiche Werk verfasst. Als Basis diente seine Dissertation, die er am Institut für Städtebau an der TU Graz geschrieben hat (siehe Infokasten).
"Was mich an dem Thema interessiert, ist die interdisziplinäre Arbeit. Es spielen Städtearchitektur, Geschichte, Baugeschichte und Archäologie eine große Rolle", führt Joham aus. Beruflich sei er mit Raumplanung beschäftigt und vermesse die Gegenwart. Als Hobby beschäftige er sich mit geschichtlichen Aspekten. Wo für Joham Hobby drauf steht, ist unglaubliche fachliche Kompetenz und enorme wissenschaftliche Akribie drin. Und doch, er bleibt dabei: "Ich bin Amateur in diesem Bereich. Aber Amateur kommt bekanntlich vom lateinischen Wort ,amare', und das bedeutet lieben", schmunzelt er.
Zwei Jahre lang hat Joham an seiner Dissertation geschrieben, die Vorbereitungen für die Veröffentlichung des Buches haben noch einmal ein halbes Jahr gedauert: "Natürlich ist es eine wissenschaftliche Arbeit, aber ich hoffe, es ist für viele Leser interessant", meint der 46-Jährige. Und das ist es mit Sicherheit: Joham hat in dem Buch unzählige Aspekte historischer Bauentwicklung der Leobener Innenstadt wissenschaftlich fundiert, aber auch für den interessierten Laien übersichtlich und greifbar dargestellt. Keine leichte Arbeit, wenn man sich Kopien der Originaldokumente ansieht, die Joham analysiert und aufbereitet hat - auch mit aufschlussreichen Grafiken. Von der mühseligen Suche nach Originalunterlagen in diversen Archiven völlig abgesehen: "Es ist spannend, im Zuge der Recherchen immer wieder auf neue Zusammenhänge zu stoßen. Das Ganze hat ein bisschen etwas von einem Nick Knatterton der Baugeschichte." Das Konvolut an Quellen, das bei Johams Dissertation einen eigenen Band füllte, hat er digitalisiert. Im Buch sind historische Abbildungen, Pläne und Quellen auf einer CD-Rom beigelegt.
Neue Perspektiven
Joham hofft, mit seiner Arbeit dem einen oder anderen Leser neue Perspektiven auf die Stadt Leoben zu eröffnen: "Wenn nur ein paar nach der Lektüre des Buchs die Stadt mit anderen Augen sehen, hat sich meine Knochenarbeit absolut gelohnt."
Bei einem Vortrag des Obersteirischen Kulturbundes mit dem Titel "Alt-Leoben - Bauentwicklung und Stadtbefestigung" stellt Joham sein Werk öffentlich vor. Und zwar am Montag, dem 30. November, im Leobener Congress. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Features
Fakten
Alfred Joham, Jahrgang 1963, geboren in Wolfsberg, Kärnten.
Matura am Stiftsgymnasium St. Paul, danach Studium des Vermessungswesens, TU Graz.
Abschluss als Diplomingenieur im Jahr 1988.
Vier Jahre lang Software-Entwickler für ein geografisches Informationssystem.
Seit 1992 Referatsleiter für Raumplanung und Stadtvermessung bei der Stadt Leoben.
Seit 2005 Korrespondent der Historischen Landeskommission für den Bereich Leoben.
Abschluss Doktoratsstudium an der TU Graz im Jahr 2008 am Institut für Städtebau.
Dissertation zum Thema "Leoben - Quellen und Analysen zur Stadtmorphologie".







