Kunst im Brennpunkt
Kein Blatt vor den Mund nahmen sich am Donnerstag Künstler und Kulturschaffende des Bezirks bei einem Künstlertreff im Leobener MuseumsCenter.

Foto © SeebacherFrank-Peter Hofbauer, Gottfried Leitner, Günther Freitag, Dieter Tomitsch und Georg Brandner
Grund für den Gedankenaustausch war ein Besuch von Bettina Vollath, seit Kurzem Landesrätin für Gesundheit und Kultur, die sich ein Bild über Kultur und Künstler der Region machen möchte. "Die Kulturentwicklung ist mir ein großes Anliegen", so Vollath, die auch betonte, dass sie junge Künstler und Frauen im Kulturbereich unterstützen wolle. Und es liege ihr auch daran, einen Ausgleich zwischen der Kunst in Graz und in den steirischen Regionen zu schaffen. Zum Finanziellen meinte sie: "Ich werde auch dafür sorgen, dass man nicht einzelne Bereiche gegeneinander ausspielt."
Susanne Leitner-Böchzelt vom Museumsverbund und Peter Cmager machten auf Finanzierungsprobleme aufmerksam, die sich durch die geänderten Richtlinien und die Kofinanzierung bei Leader-Projekten ergeben. Es gebe zwar eine Überbrückungshilfe, aber gegenwärtig stehe man mit dem Museumsverbundkonzept. Vollath versprach, sich das anzuschauen. Franz Valland, Leobens Kulturstadtrat, wollte wissen, ob man für die Ethnoausstellungen auch künftig mit Subventionen rechnen könne. Dafür wolle sie sich mit voller Kraft einsetzen, betonte Vollath.
Kritik
Dann ging es ordentlich zur Sache, denn Künstler Georg Brandner kritisierte, dass die Stadtgemeinde Leoben seit der Errichtung des neuen Museums keine eigene Galerie mehr habe, in der sich freischaffende Künstler präsentieren könnten. Das Foyer des Rathauses, wo jetzt Ausstellungen stattfinden, sei kein geeigneter Rahmen. Unisono äußerten die bildenden Künstler Brandner, Frank Peter Hofbauer, Gottfried Leitner und Dieter Tomitsch sowie Literat Günther Freitag ihren Unmut darüber, dass man zu wenig Qualitätsanspruch bei diesen Ausstellungen stelle und man Qualitätsparameter nicht mehr wahr nehme. Es werde nicht zwischen Hobby- und tatsächlichen Künstlern unterschieden. "Hier füßelt sich die Provinz selbst", erklärte Freitag und Leitner meinte, dass dies nicht Bildung, sondern Verbildung sei. Das Potenzial an guten Künstlern sei zwar da, es gebe aber keine Ebene, gute Kunst zu zeigen. Und Kunst aus den Regionen werde in der Landeshauptstadt nicht wahrgenommen.








